Terroristen hacken US-Drohne im Irak

Mit Billig-Software

Terroristen hacken US-Drohne im Irak

Irakischen Aufständischen ist es laut dem "Wall Street Journal" gelungen, Videoübertragungen aus ferngesteuerten Drohnen - die zu den wichtigsten Spionagesystemen des US-Militärs zählen - mit Hilfe einfachster Billig-Software abzufangen. Wie "Spiegel Online" unter Berufung auf das Blatt am Donnerstag weiter berichtete, habe man auf bei Festnahmen sichergestellten Laptops "Stunden und Stunden" von Material von Drohnen-Kameras gefunden.

Auch Afghanistan betroffen
Ein ungenannter US-Offizier sagte nach Angaben des "Wall Street Journals", auch in Afghanistan habe man Belege für abgefangene Videoübertragungen gefunden. Die Software, mit der irakische Aufständische die High-Tech-Waffen der USA überlisten, bekommt man den Informationen zufolge für 26 Dollar (18,1 Euro). Es sei Aufständischen damit gelungen, die Videoübertragungen von ferngesteuerten Drohnen vom Typ Predator abzufangen.

Es gebe keine Belege dafür, dass die Aufständischen auch in der Lage seien, die Kontrolle über die Drohnen zu übernehmen oder auch nur deren Flüge zu behindern. Doch eine Live-Überwachung der unbemannten Flugzeuge brächte einem Feind auch so schon große Vorteile: Die Drohnen werden sowohl zur Überwachung des Feindes als auch für Luftangriffe eingesetzt. Das Überraschungsmoment, das den USA dabei bisher in die Hände spielt, wäre durch den nun kolportierten Video-Hack dahin.

Die USA verlassen sich sowohl im Irak als auch in Afghanistan mehr und mehr auf die Drohnen vom Typ Predator und das neuere, teurere Modell Reaper. Sie erlauben Überwachung und Angriffe ohne die eigenen Soldaten in Gefahr zu bringen. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, er werde weitere Drohnen nach Pakistan schicken, um Extremisten in Schach zu halten.

Dem Blatt zufolge wurde das Problem bereits im vergangenen Dezember entdeckt, als US-Soldaten einen militanten Schiiten festsetzten, dessen Laptop Videofiles enthielt, die offenkundig aus abgefangenen Drohnen-Übertragungen stammten. Es habe sich dabei offenbar "nicht um eine einmalige Sache" gehandelt, wird eine ungenannte Quelle zitiert

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