17. Dezember 2009 16:57
Irakischen Aufständischen ist es laut dem "Wall Street Journal" gelungen,
Videoübertragungen aus ferngesteuerten Drohnen - die zu den wichtigsten
Spionagesystemen des US-Militärs zählen - mit Hilfe einfachster
Billig-Software abzufangen. Wie "Spiegel Online" unter Berufung auf das
Blatt am Donnerstag weiter berichtete, habe man auf bei Festnahmen
sichergestellten Laptops "Stunden und Stunden" von Material von
Drohnen-Kameras gefunden.
Auch Afghanistan betroffen
Ein ungenannter US-Offizier sagte
nach Angaben des "Wall Street Journals", auch in Afghanistan habe man Belege
für abgefangene Videoübertragungen gefunden. Die Software, mit der irakische
Aufständische die High-Tech-Waffen der USA überlisten, bekommt man den
Informationen zufolge für 26 Dollar (18,1 Euro). Es sei Aufständischen damit
gelungen, die Videoübertragungen von ferngesteuerten Drohnen vom Typ
Predator abzufangen.
Es gebe keine Belege dafür, dass die Aufständischen auch in der Lage seien,
die Kontrolle über die Drohnen zu übernehmen oder auch nur deren Flüge zu
behindern. Doch eine Live-Überwachung der unbemannten Flugzeuge brächte
einem Feind auch so schon große Vorteile: Die Drohnen werden sowohl zur
Überwachung des Feindes als auch für Luftangriffe eingesetzt. Das
Überraschungsmoment, das den USA dabei bisher in die Hände spielt, wäre
durch den nun kolportierten Video-Hack dahin.
Die USA verlassen sich sowohl im Irak als auch in Afghanistan mehr und mehr
auf die Drohnen vom Typ Predator und das neuere, teurere Modell Reaper. Sie
erlauben Überwachung und Angriffe ohne die eigenen Soldaten in Gefahr zu
bringen. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt,
er werde weitere Drohnen nach Pakistan schicken, um Extremisten in Schach zu
halten.
Dem Blatt zufolge wurde das Problem bereits im vergangenen Dezember
entdeckt, als US-Soldaten einen militanten Schiiten festsetzten, dessen
Laptop Videofiles enthielt, die offenkundig aus abgefangenen
Drohnen-Übertragungen stammten. Es habe sich dabei offenbar "nicht um eine
einmalige Sache" gehandelt, wird eine ungenannte Quelle zitiert