US-Wahlmänner kürten Obama zum Präsidenten

Formsache

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US-Wahlmänner kürten Obama zum Präsidenten

Die Wahl von Barack Obama zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten ist jetzt auch formell besiegelt. Die 538 Wahlmänner aus 50 US-Staaten und dem Hauptstadtbezirk Washington DC wählten am Montag Obama zum Nachfolger von George W. Bush. Obama erhielt alle 365 Wahlmännerstimmen, die er bei der Wahl am 4. November gewonnen hatte. Sein Kontrahent John McCain kam auf 173 Wahlmännerstimmen. Angesichts dieser Mehrheitsverhältnisse galt die Abstimmung als reine Formsache, wenngleich die Mitglieder des Kollegiums in ihrer Entscheidung nicht gebunden sind. Unterdessen ernannte Obama den Physik-Nobelpreisträger Steven Chu zum künftigen Energieminister. Senator Ken Salazar soll neuer US-Innenminister werden.

Wahl am 20. Jänner
Offiziell wird das Ergebnis der Abstimmung des Wahlkollegiums am 6. Jänner auf einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhauses bekanntgegeben. Obama, der bisherige Senator aus Illinois, wird dann am 20. Jänner als erster schwarzer Präsident in der Geschichte der USA sein neues Amt antreten.

Die Beteiligung an der Volkswahl am 4. November erreichte mit 61,6 Prozent der Stimmberechtigten den höchsten Stand seit dem Duell zwischen Richard Nixon und Hubert Humphrey im Jahr 1968, wie eine unabhängige Forschergruppe am Sonntag mitteilte. Demnach gaben mehr als 131 Millionen US-Bürger ihre Stimme ab. Vor vier Jahren waren es 122 Millionen. Die Beteiligung lag damals bei 60,1 Prozent.

Nobelpreisträger wird Energieminister
Unterdessen ernannte Obama den Physik-Nobelpreisträger Steven Chu zum künftigen Energieminister. Der 60-jährige Wissenschafter sei in einzigartiger Weise geeignet, den Herausforderungen der künftigen Energiepolitik zu begegnen, sagte Obama am Montag in Chicago. Chu, der 1997 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde, gilt als Vorreiter bei der Erforschung erneuerbarer Energien. Seit 2004 leitet er das Lawrence-Berkeley-Nationallabor, wo er vor allem zum Klimawandel forscht. Chu ist ein Sohn chinesischer Einwanderer. Die Berufung des renommierten Klimaschützers ins Kabinett signalisiert eine klare Abkehr von der Umweltpolitik des scheidenden Präsidenten George W. Bush.

Zugleich kündigte Obama an, dass er einen neuen Posten zur Koordinierung der Energie-, Klima und Umweltpolitik im Weißen Haus schaffen will. Der Posten soll von der früheren Chefin der US-Umweltbehörde EPA, Carol Browner, besetzt werden.

Salazar wird Innenminister
Senator Ken Salazar soll neuer US-Innenminister werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus der Umgebung des künftigen US-Präsidenten Obama. Die Ernennung soll in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben werden. Salazar ist ein Neuling im US-Senat. Er hat sich in seiner politischen Arbeit einen Namen in Grundstücks-und Energiefragen gemacht. Das US-Innenministerium ist unter anderem mit Fragen der Energie und Umwelt betraut und überwacht Öl- und Gasbohrungen auf staatlichen Flächen und leitet die Nationalparks.

Der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber John Kerry wird neuer Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats. Kerry, der bei der Wahl 2004 gegen Amtsinhaber George W. Bush unterlag, gehört dem Senatsausschuss bereits seit 23 Jahren an. Er leitete bisher die Unterausschüsse für Asien und den Nahen Osten.

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