Unruhen in Bolivien verhindern Gipfeltreffen Unruhen in Bolivien verhindern Gipfeltreffen

Autonomie-Wunsch

 

 

Unruhen in Bolivien verhindern Gipfeltreffen

Ein Treffen der Präsidenten Boliviens, Argentiniens und Venezuelas in der von der konservativen Opposition beherrschten Stadt Tarija im Süden Boliviens ist am Dienstag wegen Unruhen kurzfristig abgesagt worden. Demonstranten hatten eine Menschenkette um ein Hotel in der Stadt mir 200 000 Einwohnern gebildet, in dem sich bereits eine Vorausabteilung der Delegation des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez befand.

Zwei Tote bei Bergarbeiter-Streik
Auch vor dem Flughafen versammelten sich Demonstranten, um die Landung der Maschinen mit Chavez sowie seiner argentinischen Kollegin Cristina Kirchner und Gastgeber Evo Morales zu verhindern. In der Nacht hatten Studenten bereits die örtliche Zentrale der nationalen Telefongesellschaft besetzt. Morales war zudem durch einen Streik von etwa 4000 Bergarbeitern in der Stadt Caihuasi, 210 Kilometer südlich von La Paz, verhindert. Bei Auseinandersetzungen starben dort zwei Demonstranten.

"Aus Sicherheitsgründen und angesichts des feindlichen Klimas in Tarija ist der Besuch der drei Staatsoberhäupter abgesagt worden", sagte der bolivianische Regierungssprecher Ivan Canelas. Der Anführer des oppositionellen Bürgerkomitees von Tarija, Reynaldo Bayard, erklärte den Linkspopulisten Chavez zur "Persona non grata". Bayard führt auch eine Bewegung in dem an Erdgas reichen Departement Tarija an, die die Rückerstattung von Abgaben auf die Erdgas- und Erdölproduktion durch den Zentralstaat fordert.

Autonomie-Bestrebungen
Die Bürger Tarijas, wo sich 85 aller bekannten Erdgasvorkommen des Landes befinden, hatten sich wie drei weitere Departements vor kurzem mit großer Mehrheit für eine weitgehende Autonomie von der Regierung in La Paz ausgesprochen. Morales, Chavez und Kirchner wollten über eine engere Kooperation in Energiefragen beraten. Argentinien ist dringend auf preisgünstige Energielieferungen aus Bolivien angewiesen.

Seit der Wahl von Morales Ende 2005 zum ersten Indio-Präsidenten des südamerikanischen Landes trifft sein Projekt eines ethnisch ausgerichteten Sozialismus auf den erbitterten Widerstand wohlhabender konservativer Kreise. Dabei geht es auch um eine Neuverteilung des nationalen Reichtums zugunsten der verarmten Indio-Mehrheit im Westen des Landes. Am kommenden Sonntag sollen die Bolivianer bei einem landesweiten Referendum über die Zukunft der Regierung Morales und von acht der insgesamt neun Präfekten abstimmen. Die reiche Region Santa Cruz verweigert die Teilnahme.

Foto: (c) APA

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