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Venezuela protestiert gegen US-Luftraumverletzung

Anti-Drogen-Einsatz

 

Venezuela protestiert gegen US-Luftraumverletzung

Die Verletzung des Luftraums über Venezuela durch ein US-Militärflugzeug sorgt in dem südamerikanischen Land weiter für Aufregung. Außenminister Nicolás Maduro übergab US-Botschafter Patrick Duddy am Dienstag (Ortszeit) in Caracas eine Protestnote. Die Erklärungen des Botschafters hätten die venezolanische Regierung nicht zufriedengestellt, sagte Maduro. Der Botschafter habe im Namen der US-Regierung aber wenigstens zugesagt, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen werde.

Washington fordert Kampf gegen Drogen
Botschafter Duddy, der von Maduro ins Außenministerium zitiert worden war, erklärte nach dem Treffen, Washington fordere von der Regierung des linkspopulistischen Staatspräsidenten Hugo Chávez mehr Zusammenarbeit im Kampf gegen Drogenhandel. Maduro entgegnete, nach der Kündigung der Kooperation mit der US-Antidrogenbehörde DEA im Jahr 2005 habe Venezuela eine eigene Antidrogenpolitik entwickelt. "Die Sicherstellungen von Rauschgift haben hier zugenommen. Vor 5, 10 oder 15 Jahren war das ganz anders, weil die Region damals noch vor den USA niederkniete", sagte Maduro.

"Versehentliche" Luftraumverletzung
Ein Aufklärungsflugzeug der USA war am Samstag bei einem Einsatz gegen Drogenschmuggler vor der Karibikinsel Curacao in den Luftraum Venezuelas eingedrungen. Auf der zu den Niederländischen Antillen gehörenden Insel unterhält die US-Luftwaffe einen Stützpunkt. Die US-Regierung räumte die Luftraumverletzung am Montag ein. Diese sei aber vermutlich versehentlich geschehen, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Dem Piloten sei ein Navigationsfehler unterlaufen, den er umgehend den venezolanischen Behörden mitgeteilt habe.

Linksnationalist Chávez ist ein erklärter Gegner der USA. Er wirft dem "Imperium" vor, die Lage in Venezuela destabilisieren zu wollen. Venezuelas Verteidigungsminister Gustavo Rangel hatte erklärt, die US-Maschine habe die Insel La Orchila nordöstlich von Caracas überflogen. Dort befindet sich ein Stützpunkt des venezolanischen Militärs sowie eine Villa von Präsident Chávez.

Venezuelas Fluglotsen leisteten Hilfe
Die von den USA geleitete und gegen den internationalen Drogenschmuggel in der Karibik tätige Joint Interagency Task Force South würdigte unterdessen die Unterstützung durch die venezolanischen Fluglotsen. Dadurch habe die S-3 Viking wieder in den internationalen Luftraum fliegen können, hieß es. Die S-3-Viking-Flugzeuge mit zwei Triebwerken waren ursprünglich als Kampfmaschinen gegen U-Boote konzipiert. Heute dienen sie vor allem zur Seeüberwachung und als Tankflugzeuge. Einige wurden auch zu Spionageflugzeugen umgebaut.

Der Vorfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt erhöhter Spannungen zwischen Venezuela und den USA sowie deren Verbündeten Kolumbien. Die kolumbianische Armee hatte am 1. März ein Lager der linksgerichteten FARC-Guerilla in Ecuador angegriffen und dabei die Nummer zwei der FARC, Raúl Reyes, getötet. Der Angriff auf fremdem Territorium hatte zu einer Krise in Kolumbiens Beziehungen zu Venezuela sowie Ecuador geführt.

Die kolumbianische Regierung vertritt die Ansicht, dass bei dem Angriff sichergestellte Computerdateien eine Zusammenarbeit Venezuelas und Ecuadors mit den FARC-Rebellen belegen. Demnach soll Venezuelas Präsident Hugo Chávez sie mit Geld und Waffen unterstützt und der ecuadorianische Präsident Rafael Correa Geld von der FARC-Guerilla für seinen Wahlkampf genommen haben. Am vergangenen Samstag protestierte die venezolanische Regierung offiziell dagegen, dass kolumbianische Soldaten auf venezolanisches Staatsgebiet vorgedrungen seien. Kolumbien bestreitet dies, doch Venezuela will es anhand von Fotos beweisen.

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