Vergewaltigung gilt erstmals als Kriegsverbrechen

UNO-Tribunal

© APA

Vergewaltigung gilt erstmals als Kriegsverbrechen

Das UN-Kriegsverbrechertribunal hat die Verurteilung eines früheren bosnisch-serbischen Militärpolizisten zu 15 Jahren Haft bestätigt. Der heute 46-jährige Dragan Zelenovic hatte gestanden, im bosnischen Bürgerkrieg 1992 mehrere muslimische Frauen brutal vergewaltigt zu haben. Die Revisionskammer des Tribunals in Den Haag wies am Mittwoch seinen Einspruch gegen die Höhe der von der ersten Instanz verhängten Strafe zurück.

Zelenovic gehörte zu einer Gruppe serbischer Militärs, die in der bosnischen Stadt Foca muslimische Frauen zum Teil Monate lang unter unwürdigen Umständen gefangen hielten. Die Frauen wurden wiederholt vergewaltigt, häufig von mehreren Männern. Das UN-Tribunal hatte drei andere Täter bereits 2001 zu Haftstrafen von bis zu 28 Jahren verurteilt. Es ist das erste Gericht überhaupt, das Vergewaltigungen als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestraft hat.

Zelenovic ist der einzige aus der Gruppe der serbischen Militärs in Foca, der die Taten gestanden hat. Er hatte sich 2001 nach Russland abgesetzt. Dort wurde er im vergangenen Jahren verhaftet und über Bosnien-Herzegowina dem UN-Tribunal überstellt. Die Revisionsrichter wiesen sein Argument zurück, dass die erste Instanz mildernde Umstände wie sein Geständnis und seine Zusammenarbeit mit den Anklägern nicht ausreichend berücksichtigt habe.

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