Trotz Krsko-Troubles

Trotz Krsko-Troubles

Weitere 8 Reaktoren in Grenznähe geplant

Zahlreiche Kernkraftwerke rund um Österreich sollen in nächster Zeit gebaut, beziehungsweise bestehende Kraftwerke weiter ausgebaut werden. Bereits jetzt betreibt fast jedes unserer Nachbarländer mindestens ein Atomkraftwerk.

Im Umkreis von 100 Kilometern stehen Temelin und Dukovany in Tschechien, Bohunice in der Slowakei, das durch den aktuellen Zwischenfall bekannt gewordene Krsko in Slowenien oder Isar Eins und Gundremmingen in Bayern, Beznau in der Schweiz. Etwas weiter entfernt, aber immer noch in Grenznähe, finden sich Paks in Ungarn, Gösgen in der Schweiz und Mochovce in der Slowakei.

Nicht terrorsicher
„Sechs davon würden einem Terrorangriff, etwa mit einem Hubschrauber, nicht standhalten, weil sie keinen Schutzwall haben. Sie stellen somit eine große Bedrohung dar“, sagt der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz im Gespräch mit ÖSTERREICH. Doch damit nicht genug.

Es wird ausgebaut
In nächster Zukunft sind mehrere Ausbauten geplant: Der zweite Reaktor von Temelin lief ursprünglich nur im Probebetrieb, hängt aber mittlerweile voll am Netz. In Italien überlegt die neu gewählte Regierung, die zwei abgeschalteten Kraftwerke Trino Vercellese und Caorso wieder ans Netz zu hängen. In der Schweiz plant der Energiekonzern Atel zwei neue AKW in Betrieb zu nehmen, beide dort, wo jetzt das Kraftwerk Gösgen steht. Erst vor einem Jahr ist es dort zu einem kleineren Störfall gekommen. In Mochovce baut man an zwei weiteren, in Österreich sehr umstrittenen Reaktoren. Auch in Ungarn soll noch ein Reaktor entstehen.

In der Erdbebenzone
Bis 2013 soll in Krsko, dem derzeit heruntergefahrenen Kernkraftwerk, ein weiterer Reaktor mit einer Leistung von 1.000 Megawatt gebaut werden. Der bestehende Reaktor soll noch etwa 20 Jahre in Betrieb bleiben, obwohl dort Erdbebengefahr besteht. „Das halte ich für unverantwortlich“, sagt Wolfgang Kromp vom Institut für Risikoforschung. „In dieses Gebiet gehören keine Reaktoren.“

Atomfracht durch Österreich
Die Brennstäbe von Krsko, die zur Wiederaufbereitung anstanden, wurden Ende der 90er Jahre mit der Bahn nach Bremerhaven gebracht – über Kärnten und Salzburg. Die Plattform gegen Atomgefahren deckte diesen Fall mithilfe eines Frachtbriefes der Firma Nuclear Trans Cargo auf. Die Regierung gab damals zu, leere Brennstabbehälter seien durch Österreich transportiert worden – damals schon illegal. Seither soll sich an diesem Umstand nichts ­geändert haben ...

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