Weniger Sitze als erwartet für Marokkos Islamisten

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Weniger Sitze als erwartet für Marokkos Islamisten

Die islamistische Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (PJD) hat nach eigenen Angaben bei der marokkanischen Parlamentswahl nun doch weniger Sitze als erwartet gewonnen. Ergebnissen vom Samstag zufolge erhielt sie bisher 41 der 325 Mandate, wie die PJD in Rabat mitteilte. Insgesamt rechne sie mit 54 Sitzen. Die PJD warf den bisherigen Regierungsparteien vor, mit Korruption ihren allgemein erwarteten klaren Sieg verhindert zu haben.

Wahl hat am Freitag stattgefunden
Der Wahlkampfleiter der Gerechtigkeits-und Entwicklungspartei, Jamaa Mouatassam, hatte zuvor noch gemeint, seine Gruppierung rechne damit, mindestens 70 zu erringen. Die Parlamentswahl fand am Freitag statt. Der PJD war zugetraut worden, dass sie angesichts wachsender Unzufriedenheit mit der säkularen Regierung ihre bisher 42 Mandate verdoppeln könnte. Die PJD tritt für Frieden ein; Kritiker argwöhnen aber, dass sie jedoch fundamentalische Ziele verfolgt.

König höchste Machtinstanz
Höchste Machtinstanz in Marokko ist König Mohammed VI. Der Monarch ernennt auf der Grundlage des Wahlergebnisses den Ministerpräsidenten, dieser muss dann eine Regierung zusammenstellen.

Offizielle Zahlen liegen noch nicht vor
Ergebnisse aus den Wahllokalen, die von der Partei entsandte Beobachter nach der Auszählung von rund der Hälfte der Stimmen gemeldet hätten, ergäben einen PJD-Anteil von etwa 30 Prozent, sagte Mouatassam. Die zweitplatzierte Partei folge mit 16 Prozent. Offizielle Zahlen lagen noch nicht vor. Mit dem Endergebnis wird erst am Sonntag gerechnet.

Niedrige Wahlbeteiligung
Nach Angaben von Innenminister Chakib Benmoussa gaben bei der Wahl am Freitag wahrscheinlich nur rund 41 Prozent der Berechtigten ihre Stimmen ab. Insgesamt hatten sich 33 Parteien und Dutzende unabhängige Kandidaten um Sitze beworben. Eine klare Mehrheit für eine einzige Partei ist wegen des komplexen Wahlsystems praktisch ausgeschlossen. Die eigentliche Macht liegt ohnehin bei König Mohammed VI., der an der Spitze der Regierung steht.

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