Westen will Fehler in Afghanistan korrigieren

Sicherheitskonferenz

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Westen will Fehler in Afghanistan korrigieren

Im Kampf gegen radikal-islamische Taliban und Drogenhändler in Afghanistan haben die USA Fehler eingeräumt. Nach den Worten von US-Sicherheitsberater James Jones ein habe die internationale Gemeinschaft zu stark auf das Militär gesetzt. Diese sollen mit einer neuen Strategie für die von der NATO geführte Afghanistan-Schutztruppe ISAF, die US-Präsident Barack Obama angeordnet hat, korrigiert werden, sagte Jones bei der Sicherheitskonferenz in München. Der afghanische Präsident Hamid Karzai erklärte, der Kampf gegen den Terrorismus in seinem Land sei längst noch nicht am Ende. Er rief jene Taliban, die nicht zu Al Kaida oder anderen Terrornetzwerken gehören, zur Aussöhnung und zur Rückkehr nach Afghanistan auf.

Obamas Sicherheitsberater Jones, bis 2006 NATO-Oberbefehlshaber, gab strategische Fehler beim Einsatz der mittlerweile 55.000 Soldaten starken Truppe zu. "Die internationale Koordination von militärischem Einsatz und zivilem Wiederaufbau sei "bestenfalls lückenhaft" gewesen.

Auch Karzai begrüßte die US-Ankündigung zur Aufstockung der Truppen. Damit müsse der Zustrom von Terroristen über die Grenzen eingedämmt werden, betonte er. Eine höhere Truppenpräsenz wird allgemein als notwendig für einen sicheren Verlauf der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im August erachtet. Scharf kritisierte Karzai, dass nach wie vor 22 private ausländische Sicherheitsunternehmen mit insgesamt 17.000 Angestellten im Lande tätig seien.

Versöhnungsappell
Karzai richtete an die Taliban einen Appell zur nationalen Aussöhnung. "Wir werden alle Taliban, die nicht Al Kaida oder anderen Terrornetzwerken angehören, die in ihr Land zurückkehren und gemäß der Verfassung leben wollen, die Frieden in ihrem Land haben und ein normales Leben führen wollen, in ihr Land heimzukehren", sagte er. Der US-Kommandant für den Nahen Osten, David Petreaus warnte allerdings, es müsse klar unterschieden werden, zwischen denjenigen, die zur Versöhnung bereit seien, und denjenigen, die weiter dem Terroristennetzwerk angehörten. Diese Unbeirrbaren müssten weiterhin verfolgt werden.

Regionaler Ansatz
Alle Teilnehmer der Diskussion sprachen sich für einen regionalen Ansatz aus, der vor allem Pakistan künftig stärker mit einbezieht. Der pakistanische Außenminister Makhdoom Qureshi sagte, Sicherheit und Stabilität in beiden Ländern seien untrennbar miteinander verquickt. Auch Pakistan leide unter dem internationalen Terrorismus. Wie Karzei kritisierte auch Qureshi, dass bei US-Militärangriffen Angriffen in großer Zahl auch Zivilisten getötet in Afghanistan und Pakistan werden. Bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans kamen am Sonntag mindestens vier Menschen ums Leben, unter ihnen zwei US-Bürger.

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