19. September 2009 17:10
Die Wahl des Nachfolgers von UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura geht
in eine vierte Runde. Der als Favorit geltende ägyptische Kulturminister
Faruk Husni (Hosni) bekam nach Angaben aus Diplomatenkreisen auch bei der
dritten Abstimmung am Samstagnachmittag nicht die erforderliche absolute
Mehrheit der Stimmen.
Elf Stimmen für Ferrero-Waldner
Wie aus diplomatischen
Kreisen verlautete, hat die österreichische Kandidatin, Benita
Ferrero-Waldner, bei der dritten Abstimmung zur Wahl des Generaldirektors
der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in Paris
den dritten Platz erreicht. Während es der Favorit, Ägyptens Kulturminister
Farouk Hosni, auf 25 Stimmen brachte (gegen 23 am Vortag), erhielt sie elf
Stimmen (gegenüber neun am Vortag). Den zweiten Platz belegte diesmal die
bulgarische Kandidatin Irina Bokova mit 13 Stimmen gegenüber acht am
Freitag. die Ecuadorianerin Ivonne Baki erhielt neun Stimmen gegenüber acht
am Vortag.
Die europäischen Delegationen hatten in den vergangenen Tagen intensiv
verhandelt, um sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen. Der
ägyptische Favorit ist aufgrund antisemitischer Äußerungen heftig
umstritten. Menschenrechtsorganisationen, Intellektuelle und jüdische
Religionsvertreter sprachen sich gegen die Wahl Hosnis aus.
Gewählt wird der UNESCO-Generaldirektor vom Exekutivrat der internationalen
Organisation, der 58 Mitglieder zählt. Um den Sieg davonzutragen, sind 30
Stimmen notwendig. Der nächste Wahldurchgang findet nun am Montag statt.
Wenn da auch keine Mehrheit zustande kommt, wird am Dienstag ein letztes Mal
abgestimmt. Um eine Entscheidung zu erzwingen, werden sich da allerdings nur
noch die zwei führenden Kandidaten beteiligen.