Wirbel um Aussage zu Prostituierten in Straßburg

EU-Parlament

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Wirbel um Aussage zu Prostituierten in Straßburg

Mit Äußerungen über den angeblichen Umgang von Europa-Parlamentariern mit Prostituierten hat die deutsche FDP-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin für Wirbel im Europaparlament gesorgt. Der Vorsitzende der konservativen Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, forderte am Donnerstag im Präsidium, Koch-Mehrin müsse sich "öffentlich entschuldigen". Der Franzose appellierte zugleich an den deutschen Parlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering (CDU), Koch-Mehrings Äußerungen zu verurteilen. Nach seinen Angaben schlossen sich alle Fraktionschefs diesen Forderungen an.

Benehmen "wie im Landschulheim"
Anlaß ist ein Interview mit der "Bunten", in dem Koch-Mehrin vor zwei Wochen Parlamentskollegen vorwarf, sich während der Plenarsitzungen in Straßburg "wie im Landschulheim" zu benehmen. Sie handelten "nach dem Motto: Hier kennt mich keiner, hier kann ich machen was ich will". Das gleiche gelte für Assistenten, Bedienstete des Parlaments und Journalisten. Daher seien die Straßen zum Straßburger Parlament auch voll von Prostituierten, behauptete Koch-Mehrin. "Man kann sich dem Anblick gar nicht entziehen".

Petition zur Verlegung des EU-Parlaments
Die ehemalige Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl bekräftigte in dem Interview ihre Forderung nach einer Verlagerung des Europaparlaments nach Brüssel. Dort arbeiteten die Abgeordneten die meiste Zeit, die "Reiserei" koste viel Zeit und Geld. Die 38-Jährige gehört zu einer Gruppe von Europaabgeordneten, die eine Internet-Petition zur Verlegung des Parlaments nach Brüssel gestartet haben.

Europaabgeordneter fordert Entschuldigung
Daul bezeichnete die Äußerungen als "unakzeptabel". Koch-Mehrin habe damit die Europaabgeordneten "beschmutzt und beleidigt". Die Behauptungen seien umso unangebrachter, als die FDP-Politikerin im Parlament nicht durch Arbeit glänze und meistens abwesend sei. "Sie existiert nicht durch Arbeit, sondern nur durch Slogans".

Mitte Oktober hatte bereits eine Gruppe von skandinavischen Europaabgeordneten mit der Forderung nach Huren-freien Hotels für die EU-Volksvertreter für Schlagzeilen gesorgt. Die Euro-Parlamentarier sollten sich verpflichten, nur in Hotels abzusteigen, die keine Prostituierten oder Call-Girls zuließen, forderten sie in einem Brief an Pöttering. Die 37 Unterzeichner verwiesen auf eine entsprechende Initiative des Nordischen Rates, eines Parlamentarierforums der nordischen Staaten.

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