Yukiya Amano, der neue IAEO-Chef

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Yukiya Amano, der neue IAEO-Chef

Der Japaner Yukiya Amano (62) galt bereits seit längerem als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge vom Generaldirektor der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO/IAEA) Mohamed ElBaradei. Der stets höflich auftretende Diplomat ist seit Jahren ein ausgewiesener Fachmann in Fragen der atomaren Abrüstung und Atomenergie.

Seit 2005 diente er seinem Land als Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO und hatte in dieser Eigenschaft auch turnusgemäß den Vorsitz in dem aus 35 Ländern zusammengesetzten IAEO-Gouverneursrat. Zuvor arbeitete er bereits an den Botschaften seines Landes in Washington und Brüssel.

1972 trat Amano in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. Zehn Jahre später wurde er in die Abrüstungsabteilung des Außenministeriums versetzt. "Ich habe sofort gefühlt, dass ich an dieser Stelle meinem Land einen Dienst erweisen könnte", sagte der Diplomat einmal. Vor dem Gouverneursrat meinte er im März zur Begründung seiner Kandidatur: "Richtig angewandte Technologie kann der IAEO in allen Bereichen nur nützen." Dagegen würden wissenschaftliche Fortschritte, die zur Entwicklung zerstörerischer Waffen eingesetzt würden, nur in die Katastrophe führen.

Industrieländer unterstützten Amano
Im Wettstreit mit seinem südafrikanischen Mitbewerber um die Nachfolge des Ägypters ElBaradei, Abdul Samad Minty, war Amano in den vergangenen Wochen deutlich in Führung gegangen. Hinter Amano standen die Industrieländer, allen voran die USA. Hinter Minty die Entwicklungsländer. Sowohl unter den Europäern, als auch unter den asiatischen Mitgliedern des Gouverneursrates gab es Vorbehalte gegen den Japaner er sei ein zu "schwacher Kommunikator". Amano selbst kündige an, die Atombehörde weniger stark zu politisieren als sein Vorgänger.

Am Donnerstag erreichte Amano schließlich - mit 23 Stimmen, elf Gegenstimmen und einer Enthaltung - die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im Gouverneursrat. Amano sagte nach seiner Wahl, er sei "sehr erfreut". El Baradeis dritte und letzte Amtszeit geht auf seinen eigenen Wunsch im November zu Ende.

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