Auch Promis dabei

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Zehntausende demonstrieren für Truppenabzug aus dem Irak

Mit Aufrufen zu einem sofortigen Abzug aller US-Soldaten aus dem Irak haben sich die Demonstranten gegen die Politik der Regierung von Präsident George W. Bush gewandt. Anders als bei bisherigen Anti-Irakkriegs-Demonstrationen richteten sich die Slogans nicht so sehr gegen den Staatschef, sondern wandten sich an den US-Kongress, alles in seiner Macht stehende zu tun, um einen Truppenabzug aus dem Irak zu erreichen.

„Stoppt das Sterben“
Die Friedensaktivisten folgten einem Aufruf des Verbandes "Vereint für Frieden und Gerechtigkeit" ("United for Peace and Justice"). "Schickt die Truppen nach Hause zurück, jetzt", "Kein Geld mehr für den Krieg" oder "Stoppt das Sterben im Irak", hieß es auf Plakaten. Ein Behälter war mit Schildern gefüllt, auf denen die Namen getöteter Iraker zu lesen waren. Ein mit der amerikanischen Flagge bedeckter Sarg und ein Paar Militärstiefel sollten die getöteten US-Soldaten symbolisieren.

Hunderte von Bussen aus dem ganzen Land waren im Einsatz, um Demonstranten in die Hauptstadt zu bringen. Die Organisatoren erwarteten, dass es die größte Anti-Irak-Kriegs-Kundgebung seit dem September 2005 wird, zu der sich damals mehrere hunderttausend Teilnehmer versammelt hatten. Dahinter blieb die Teilnehmerzahl am Samstag nach Medienberichten aber deutlich. Auch Angehörige von Irak-Soldaten und Militärangehörige selbst, die allerdings entsprechend den Vorschriften nicht in Uniform protestieren durften, kamen.

Jüngste Rednerin zwölf Jahre alt
Zu den prominentesten Rednern bei der Kundgebung gehörte die Schauspielerin und einstige Anti-Vietnamkriegs-Aktivistin Jane Fonda, die 34 Jahre auf keiner Protestaktion gegen einen Krieg mehr gesprochen hatte. "Aber Schweigen ist nun keine Option mehr", rief sie der Menge zu. Im Unterschied zum Vietnam-Krieg (Beteiligung von US-Kampftruppen 1965-75) hätten viele Soldaten diesmal bereits nach drei Jahren gemerkt, dass sie sich gegen den Krieg engagieren müssten. Auch ihre Künstler-Kollegen Susan Sarandon, Tim Robbins, Danny Glover, Rhea Perlman sowie der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson hatten sich als Sprecher bei der Protestveranstaltung an der National Mall angesagt. Die jüngste Rednerin war die zwölf Jahre alte Moriah Arnold. Sie rief die Jugendlichen in den USA auf, aufzustehen "und unserer Regierung zu sagen 'Es muss Veränderungen geben'".

Der Republikaner Bush hat die Entsendung zusätzlicher 21.500 Soldaten in den Irak verfügt. Im Kongress haben seit Kurzem die Demokraten wieder die Mehrheit. Im Senat soll voraussichtlich in der kommenden Woche über eine Resolution gegen die geplante Truppenaufstockung abgestimmt werden. Sie ist für Bush allerdings nicht bindend, was viele der Demonstranten am Samstag anprangerten. Bush bekräftigte unterdessen in einem Telefongespräch mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki seine anhaltende Unterstützung beim Versuch, das von Gewalt erschütterte Land zu stabilisieren.

Der Sprecher von "Vereint für Frieden und Gerechtigkeit", Hany Khalil, sagte, den Präsidenten kümmere es nicht, was die US-Bürger dächten. Hingegen habe der Kongress die Macht, den Irak-Krieg zu beenden. "Der Wille der Wähler muss respektiert, beachtet und umgesetzt werden." "Vereint für Frieden und Gerechtigkeit" ist eine Dach-Bewegung für 1.400 Organisationen.

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