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Zwei Tote bei Anschlag auf israelische Grenze

Naher Osten

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Zwei Tote bei Anschlag auf israelische Grenze

Bei einem palästinensischen Anschlag auf den Grenzübergang Nahal Oz im nördlichen Gazastreifen sind am Mittwoch mindestens zwei israelische Zivilisten sowie zwei Angreifer ums Leben gekommen. Wie eine israelische Militärsprecherin in Tel Aviv weiter mitteilte, waren mindestens vier palästinensische Attentäter in das Terminal vorgedrungen und hatten danach das Feuer eröffnet.

Entführung gescheitert
Der Versuch, israelische Soldaten zu entführen sei jedoch gescheitert. Militante Palästinenser beschossen den Grenzübergang, der vor allem für die Lieferung von Brenn- und Treibstoff genutzt wird, außerdem mit Mörsergranaten.

Der Angriff richtete sich gegen ein von der EU finanziertes Benzindepot. Westlichen Diplomaten zufolge war das Depot kurz zuvor aufgefüllt worden. Es versorgt das größte Kraftwerk des Gazastreifens, der wegen anhaltender Raketenangriffe seit Wochen von Israel blockiert wird.

Zu dem Anschlag auf den Grenzübergang bekannten sich die drei militanten Palästinenserorganisationen Islamischer Jihad, die Volkswiderstandskomitees sowie die Mujaheddin-Brigaden der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen). In einer Erklärung heißt es, an der Operation seien sieben Kämpfer beteiligt gewesen. Sie seien über einen Tunnel bis zum Grenzübergang vorgedrungen.

Über die genauen Opferzahlen des Anschlages sowie eines danach folgenden israelischen Luftangriffes herrschte auch noch Stunden später Unklarheit. Zuerst hatte eine Armeesprecherin von vier Palästinensern gesprochen, die bei dem Feuergefecht auf dem Terminal von Nahal Oz ums Leben gekommen seien. Sie korrigierte die Zahl später auf zwei.

Raketenangriffe
Nach Angaben eines palästinensischen Krankenhaussprechers wurden bei einem Raketenangriff auf ein Fahrzeug im Südosten der Stadt Gaza drei Palästinenser verletzt. Die israelische Militärsprecherin hatte zuvor von zwei Getöteten gesprochen.

Nach palästinensischen Angaben gab es auch einen zweiten Raketenangriff auf ein Haus im Osten von Gaza, bei dem drei Palästinenser getötet und fünf weitere verletzt worden seien. Die Armeesprecherin bestätigte diesen Raketenangriff vorerst nicht. Bei einem anderen Feuergefecht im Gazastreifen waren bereits in der Nacht zum Mittwoch ein israelischer Soldat und ein Kämpfer der radikal-islamischen Hamas-Organisation getötet worden.

Ein Hamas-Sprecher hatte am Dienstag damit gedroht, die Blockade des Gazastreifens notfalls mit Gewalt zu brechen. Dabei bezeichnete Khalil al-Haya auch die erneute Stürmung des Grenzüberganges Rafah zu Ägypten als Option.

Ägypten versetzte am Mittwoch seine Truppen an der Grenze zum Gazastreifen in Alarmbereitschaft. Es gebe Hinweise, dass Hamas-Mitglieder erneut versuchen wollten, die Grenzanlagen zu durchbrechen, verlautete aus Sicherheitskreisen. Es gebe offenbar Vorbereitungen, das Haupttor des Grenzübergangs Rafah zu sprengen.

Bereits im Jänner Grenzunruhen
Erst im Jänner hatten Hamas-Aktivisten mehrere Breschen in die Grenzanlagen gesprengt. Danach strömten mehrere hunderttausend Bewohner des Gazastreifens nach Ägypten, um Nahrungsmittel und andere Mangelprodukte zu kaufen.

Rund 60 Kilometer südlich von Rafah, an der Grenze zwischen Ägypten und Israel, entdeckten Polizisten mit Hilfe örtlicher Beduinen ein Sprengstoffversteck. Die offenbar schon länger genutzte unterirdische Kammer enthielt nach Angaben aus Sicherheitskreisen 1.250 Kilogramm Sprengstoff, 24 Panzerabwehrminen und mehrere Sturmgewehre.

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