Ahmadinejad gratuliert Obama

Nach Wahlsieg

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Ahmadinejad gratuliert Obama

Der iranische Staatschef Mahmoud Ahmadinejad hat dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama zu seinem Wahlsieg gratuliert. Dies meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag aus Teheran. "Ich beglückwünsche Sie, dass es ihnen gelungen ist, eine Mehrheit der Stimmen in den Wahlen zu erreichen", schrieb Ahmadinejad in einer Note an Obama. Beide Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Das Verhältnis ist nicht zuletzt durch den Streit um das iranische Atomprogramm derzeit äußerst gespannt. Der scheidende US-Präsident George W. Bush bezeichnete den Iran 2002 als Teil der "Achse des Bösen".

Offizielles Österreich gratuliert
Zu den ersten österreichischen Gratulanten für Barack Obama zählten am Donnerstag der designierte und der noch amtierende Bundeskanzler. "Mit Barack Obama wurde ein Politiker zum US-Präsidenten gewählt, der sich seit Beginn seiner politischen Laufbahn für sozial Schwache und gesellschaftlich Benachteiligte engagiert hat", wird Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zitiert. "Sein im Wahlkampf propagiertes Konzept für einen Wechsel in der amerikanischen Politik hat offensichtlich die Wähler überzeugt."

Gratulieren auch Sie dem Wahlsieger

Gerade in Zeiten einer globalen Krise sei für die Zusammenarbeit von Europa und den USA gemeinsame Leadership notwendig, so Gusenbauer. Das gelte für die Finanzkrise ebenso wie für die drohende Rezession, den Klimaschutz und die Bewältigung regionaler Konflikte. "Ich baue darauf, dass Barack Obama in diesen zentralen Menschheitsfragen die Gemeinsamkeit mit Europa sucht. Sein Bekenntnis zum Multilateralismus ist auch für Österreichs Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat ein positives Signal", kommentierte Gusenbauer.

Fischer hofft auf verstärkte, friedliche Beziehungen
Bundespräsident Heinz Fischer hat im Namen der Republik Österreich und persönlich Barack Obama "sehr herzlich" zur Wahl zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gratuliert. Wörtlich heißt es in einem Glückwunschschreiben an den neu gewählten US-Präsidenten, dass "in einer Zeit enormer globaler Herausforderungen Ihre Führungskraft nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern auch für die Beziehungen zwischen den USA und Europa und für eine friedliche und positive Entwicklung der gesamten internationalen Gemeinschaft von größter Bedeutung ist".

Erfreuter Faymann
Auch der SPÖ-Vorsitzende Werner Faymann zeigte sich "außerordentlich erfreut" über den Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Die Wahl Obama sei ein sehr wichtiges Signal der Offenheit und der Chance auf Veränderung. "Barack Obama ist ein Hoffnungsträger für Millionen Menschen in den USA und in Europa. Er steht für eine sozialere, gerechtere Politik und gerade angesichts der Finanzkrise und des Klimawandels für die Chance einer neuen Zusammenarbeit mit Europa und der europäischen Wirtschaft. Dieser Dialog ist auch für Österreich und unsere Wirtschaft wichtig", so Faymann.

Kühler Medwedew
In seiner ersten Rede zur Lage der Nation sagte Medwedew, er hoffe, dass sich Obamas Regierung "für vollwertige Beziehungen mit Russland entscheidet". Zugleich kündigte er als Reaktion auf in Polen und Tschechien geplante Stellungen einer geplanten US-Raketenabwehr die Aufstellung von Kurzstreckenraketen in der Exklave Kaliningrad (Königsberg) an.

Merkel gratuliert
Ganz anders die Reaktionen in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte Obama zu seinem "historischen Sieg" und lud ihn nach Deutschland ein. Sie setze auf eine enge Zusammenarbeit dem künftigen Präsidenten. Bundespräsident Horst Köhler sicherte Obama die Freundschaft und Partnerschaft Deutschlands bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen zu.

Freude in England und Spanien
Der britische Premier Gordon Brown würdigte die historische Dimension der Wahl des ersten Schwarzen zum Präsidenten der USA. "Das ist ein Augenblick, der in der Geschichte lebt, solange Geschichtsbücher geschrieben werden". Er hoffe, mit Obama arbeiten zu können, "um die Welt zusammenzubringen, damit wir diese schweren Zeiten koordinierter und einheitlicher angehen als zuvor", sagte Brown. Auch Spaniens Premier José Luis Rodríguez Zapatero reagierte erfreut: Obamas Sieg werde "neue Zeiten" für den Dialog und die Zusammenarbeiten zwischen den verschiedenen Regionen der Welt öffnen.

Berlusconi will Obama Ratschläge erteilen
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi zeigte sich überzeugt, dass nach dem Wahlsieg Obamas die Freundschaft zwischen Italien und den USA weiterhin wachsen werde. "Die USA sind für uns immer ein Beispiel von Würde, Freiheit und Wohlstand", sagte Berlusconi, der eine enge Freundschaft zu dem Ex-Präsidenten George W. Bush pflegt. Er erklärte sich bereit, Obama Ratschläge zu geben: "Ich kann ihm Ratschläge geben, weil ich älter bin. Ich werde es tun, sobald ich Obama persönlich umarmen werde". Der Vatikan hob die "außerordentliche Aufgabe" hervor, die Obama nach seinem Wahlsieg in den USA bevorstehe.

China hofft auf Dialog
Chinas Präsident Hu Jintao gratulierte Obama und stellte einen erweiterten Dialog zwischen beiden Ländern in Aussicht. Eine langfristige, stabile und gesunde Beziehung liege im Interesse beider Nationen, betonte Hu. Die Wahl Obamas sei ein "neuer historischer Zeitabschnitt". Der Staatspräsident erwarte sich mit Obama eine Zusammenarbeit, die den Dialog und Austausch zwischen beiden Nationen fördere und die Beziehungen "auf eine neue Ebene" stelle.

Israel sieht Ende des Rassismus
Der israelische Präsident Shimon Peres bezeichnete die Wahl von Obama zum ersten schwarzen US-Präsidenten als Ende des Rassismus. Kein Weißer könne mehr auf seine Überlegenheit pochen. Niemand solle darauf schauen, auf welcher Seite Obama im Nahostkonflikt stehe. Israels Premier Ehud Olmert sprach von einem "durchschlagenden und historischen Erfolg" Obamas. Außenministerin Zipi Livni hofft auf eine Fortsetzung der Sonderbeziehungen zwischen Israel und den USA.

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas gratulierte dem künftigen US-Präsidenten. Er freue sich darauf, gemeinsam mit der neuen US-Regierung größeres Tempo in die Friedensverhandlungen zu bringen. Obama solle dem Friedensprozess sofort neue Impulse geben, um Frieden und Stabilität in den Nahen Osten zu bringen, sagte Abbas. Ein Sprecher der radikalen Hamas, die seit mehr als einem Jahr den Gaza-Streifen kontrolliert, gratulierte Obama nicht. Dafür gab Hamas-Sprecher Fauzi Barhum Obama den Rat mit auf den Weg, aus den Fehlern von US-Präsident George W. Bush zu lernen. Die Hamas habe aber nichts gegen einen Dialog mit Obama.

Türkei hofft auf Frieden
Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan rief Obama zu verstärkten Bemühungen um den Frieden in der Welt auf. Er hoffe insbesondere auf einen größeren Beitrag der USA im Nahen Osten. Obama habe eine schwere Last zu tragen, auch wegen der Folgen der internationalen Finanzkrise.

Irak rechnet mit nem US-Blickwinkel
Die irakische Regierung rechnet nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten nicht mit raschen Veränderungen in der amerikanischen Irak-Politik. Zwar habe Obama einen anderen Blickwinkel auf den Irak-Krieg als Bush, sagte Außenminister Hoshjar Sebari in Bagdad. Dennoch gehe seine Regierung nicht von einem "eiligen Wechsel" aus. Obama hat sich im Wahlkampf für einen vollständigen Abzug der US-Truppen im Irak binnen 16 Monaten ausgesprochen. Der afghanische Staatschef Hamid Karzai nannte die Wahl Obamas zum ersten schwarzen US-Präsidenten eine neue Ära für die USA und die gesamte Welt.

Iran sieht Triumph über Politik Bushs
Der Iran wertete die Wahl Obamas als Triumph über die Politik von Bush. Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA zitierte am Mittwoch den prominenten Abgeordneten Gholam Ali Haddad Adel mit den Worten, Obamas Sieg zeige, dass die Amerikaner von Bush und dessen republikanischer Partei genug hätten. Die staatliche Zeitung "Iran" schrieb, der Wahlsieg Obamas stelle Bushs Unilateralismus und die Kriege im Irak und in Afghanistan als Desaster bloß.

Mandela wünscht Obama Kraft und Stärke
Südafrikas Ex-Präsident und Friedens-Nobelpreisträger Nelson Mandela (90) hat Obama zum Wahlsieg Kraft und Stärke für seine Amtszeit gewünscht. Mandela, der in der Vergangenheit die US-Regierung wegen ihrer Irak-Politik gerügt hatte, meinte in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an Obama: "Ihr Sieg hat gezeigt, dass es niemandem auf der Welt verwehrt sein sollte davon zu träumen, die Welt in einen besseren Platz zu verwandeln".

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