Ausnahmepolitiker Obama

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Ausnahmepolitiker Obama

Fehlende Vaterfigur
Barack Hussein Obama wird am 4. August 1961 als Sohn einer US-Amerikanerin und eines Kenianers auf Hawaii geboren. Die Ehe der Eltern steht schon bei der Hochzeit unter keinem guten Stern, da zu dieser Zeit in den meisten Teilen der USA die Heirat zwischen Farbigen und Weißen verboten ist. Bereits zwei Jahre nach Obamas Geburt folgt die Scheidung. Seinen Vater wird er mit zehn Jahren zum letzten Mal sehen.

1963 heiratet die Mutter erneut - einen Ölmanager aus Indonesien - und zieht mit ihm und Obama in seine Heimat. Nach acht Jahren kehrt die Familie um ein Familienmitglied erweitert – Obamas Halbschwester Maya - wieder nach Hawaii zurück. Obama wird ab jetzt von seiner Großmutter aufgezogen. Nach der Einschulung in eine renommierte Privatschule schließt er 1979 seine Schulkarriere mit einem High-School-Abschluss mit Auszeichnung ab.

Sein Studium der Politikwissenschaften an der Universität von Columbia beendet Obama 1983 mit einem Bachelor- Abschluss. Bei seiner darauffolgenden Arbeit in einer gemeinnützigen Organisation in Chicago bemerkt er zum ersten Mal, dass er etwas in den USA verändern will und muss, um den Menschen zu helfen.

Motiviert beginnt er 1988 sein Studium der Rechtswissenschaften in Harvard und geht als Doktor der Rechtswissenschaften drei Jahre später von der Universität ab.

Seine anschließenden Jahre verbringt er zurück in Chicago in einer Anwaltskanzlei mit dem Spezialgebiet Bürgerrechte und lehrt außerdem Verfassungsrecht an der dortigen Universität.

1996 wird er als dritter Afroamerikaner in der Geschichte der USA in den Senat des Staates Illinois gewählt.

Sein Fels in der Brandung
Seine spätere Frau Michelle lernt Obama 1988 in einer Anwaltskanzlei kennen, in der als Praktikant arbeitet. 1992 heiraten die beiden und bekommen zwei Töchter- Malia (1998) und Sasha (2001). Die Familie lebt an der Southside von Chicago. Drei Monate nach der Präsidentschaftskandidatur ihres Ehemannes gibt Michelle Obama ihren Beruf als Anwältin auf und unterstützt ihn seitdem in allen Bereichen. Da ihr ein großer Einfluss auf Obama nachgesagt wird, spielt sie bei diesem Wahlkampf eine wichtige Rolle.

Aufgehender Stern am Polithimmel
Seine Arbeit im Senat ist von seinem Einsatz für die arbeitende Schicht Amerikas geprägt. Auch setzt er sich für Homosexuelle ein und förderte die AIDS-Forschung, -Prävention und -Behandlung. Seine Interessen gelten ebenso dem Gesundheitswesen mit verpflichtender Krankenversicherung für alle und der Wohlfahrt.

Zwei Mal wird Obama wieder in den Senat gewählt, unterliegt aber 2000 seinem Gegner und Mandatsinhaber Rush bei den Vorwahlen für das US Repräsentantenhaus.

Senator wird Obama erst nach seinem Antritt zu den Wahlen 2004. Nachdem bekannt wird, dass sein republikanischer Herausforderer unlautere Mittel im Wahlkampf verwendet, fällt es dem charismatischen Obama nicht schwer die Wahl für sich zu entscheiden.

Seine Bekanntheit vergrößert sich mit einer Grundsatzrede zur Nominierung des damaligen Präsidentschaftskandidaten John Kerry auf der „Democratic National Convention“ schlagartig und macht ihn über Nacht zu einem politischen Star.

Der neue schwarze Kennedy
Bereits zu Beginn kann Obama bei den Spenden mit seiner Mitbewerberin um das Amt des Präsidenten, Hillary Clinton mithalten. In nur einem Jahr erhält er 100 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden.

Nachdem er in 29 der 50 Bundesstaaten die Vorwahlen für sich entscheiden kann erreicht er am 3. Juni 2008 die nötige Anzahl an Delegierten, um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten sicherzustellen. Hillary Clinton gratuliert ihm aufrichtig und will ihre Wähler mobilisieren ihre Stimme Obama zu gegen. Bei einer rhetorisch beeindruckenden und mitreißenden Rede auf der „Democratic National Convention“ am 27. August schwört sie ihre Anhänger auf ihn ein.

Einen Tag später nimmt Obama vor fast hunderttausend Zuhörern die Nominierung an. Kurz zuvor stellte er seinen „running mate“ Joe Biden vor.

"We need Change"
Politisch war Obama stets gegen den Irakkrieg und die von George W. Bush betriebene Politik. Von Beginn an sprach er sich für einen langsamen aber schrittweisen Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak aus.

Die Gesundheitsvorsorge stellt einen seiner größten Wahlkampfthemenblöcke dar und beinhaltet die Idee einer Krankenversicherung für alle US-Bürger.

Die Integration von illegal Eingewanderten ist ebenso ein wichtiger Punkt in seinem Wahlprogramm und auch der Schutz der Umwelt liegt dem Präsidentschaftskandidaten am Herzen- so will er den Kohlendioxidausstoß stark vermindern.

Obama als Terrorist?
Schon zu Beginn seiner Kandidatur erregt Obama mit seinen Aussagen die Öffentlichkeit. Sein Leben wird bis ins kleinste Detail durchleuchtet- so wird aufgedeckt, dass Obama in Indonesien eine muslimische Schule besucht hatte. Als zusätzlich ein Foto mit einem Turban auftaucht führt dies zu der Annahme, der gläubige Christ könnte in Wahrheit radikale muslimische Ansätze vertreten.

Im moderner werdenden Wahlkampf bekommt auch das Internet eine völlig neue Bedeutung. Mehrere YouTube Videos tauchen auf, in dem für ihn Werbung gemacht wird. Von den meisten muss er sich jedoch distanzieren, so wie von dem als Antwort auf einen TV-Spot McCains gedachten Internetauftritt des It-Girls Paris Hilton.

Auch die fragwürdige Freundschaft zu einem Geschäftspartner, sowie einige als rassistisch und anti-amerikanisch eingestufte Aussagen seines Pastors wurden als kritisch einegstuft und in der Öffentlichkeit viel diskutiert.

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