Minderjährige Palin-Tochter ist schwanger

Wirbel um Palin

Minderjährige Palin-Tochter ist schwanger

Wenige Tage nach ihrer überraschenden Berufung zum "Running Mate" von John McCain steht Sarah Palin schon unter Druck. Nach der Nachricht von der Schwangerschaft ihrer 17-jährigen Tochter Bristol hat die Debatte über Schwangerschaften von Jugendlichen und die staatliche Förderung der Sexualerziehung für die Republikaner eine ungewollte Aktualität bekommen.

Damit wächst auch der Druck auf John McCain, der mit der Ernennung Palins zu seiner Vizepräsidentin in spe eigentlich einen Überraschungscoup gelandet hat. Offenbar war deren Ernennung nicht gut vorbereitet. Laut der "New York Times" wurde ihr persönlicher Hintergrund nur in aller Eile durchleuchtet. McCain habe sie erst vier oder fünf Tage vor seiner Ankündigung ernsthaft in Betracht gezogen und dann erst am letzten Tag überprüfen lassen.

Geburtstermin im Dezember
Das Baby von Palins Tochter soll im Dezember zur Welt kommen, wenn die Wahl am 4. November schon vorbei ist. Ihre Tochter werde den Vater heiraten und das Kind mit ihm aufziehen, versicherte Sarah Palin, die Gouverneurin von Alaska. Mit der Enthüllung ging Palin in die Offensive, nachdem zuvor Gerüchte in Umlauf waren, dass ihr jüngster Sohn, geboren im April, von ihrer Tochter stammen soll.

Palin hat sich gegen die staatliche Förderung von Sexualerziehungsprogrammen in Alaska gewandt. Staatdessen befürwortet sie es ebenso wie Präsident George W. Bush, wenn Schüler zu sexueller Enthaltsamkeit angehalten werden. McCain hat es bisher vermieden, sich zu diesen Fragen zu äußern. Bei Abstimmungen im Senat folgte er aber dem ablehnenden Stimmverhalten der Republikaner, wenn es um Geld für Programme zur Prävention von Teenager-Schwangerschaften ging. Der rechte Flügel der Republikaner lehnt es ab, wenn dabei ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten der Verhütung gesprochen wird.

Weitere Image-Probleme
Die Sorgen mit der Tochter sind nicht das einzige Image-Problem Palins. In Alaska untersucht ein Ausschuss, ob die Gouverneurin ihr Amt missbraucht hat, als sie den Beauftragten für die öffentliche Sicherheit, Walt Monegan, entlassen hat. Monegan hatte sich geweigert, einen Polizisten zu feuern, der sich von Palins Schwester scheiden ließ. Am Montag wurde bekannt, dass die Gouverneurin wegen dieser Ermittlungen einen Anwalt engagiert hat. Ein Berater McCains, Tucker Eskew, sagte dazu, in jedem US-Staat habe ein Gouverneur seinen eigenen Rechtsbeistand.

Bei der Entscheidung für die Wahl von Sarah Palin als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten sei McCain die Schwangerschaft ihrer Tochter bekannt gewesen, sagte der Anwalt Arthur Culvahouse, der die Gouverneurin zuvor im Auftrag der Republikaner befragt hat. Dabei sei auch die Entlassung des Sicherheitsbeauftragten sowie eine zwei Jahrzehnte zurückliegende Verhaftung von Palis Ehemann Todd wegen Trunkenheit am Steuer zur Sprache gekommen, sagte Culvahouse. Der persönliche Hintergrund der Gouverneurin sei umfassend geprüft worden.

Möglicherweise bringt die Teenager-Schwangerschaft Palin bei einigen Wählern der Republikaner in evangelikalen Kreisen in Misskredit. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama jedoch sieht in der Angelegenheit kein Wahlkampfthema. "Ich denke, dass die Familien der Leute tabu sind. Und die Kinder sind ganz besonders tabu."

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