Obama wehrt sich gegen Schmutzkübelkampagne

US-Wahlkampf

 

Obama wehrt sich gegen Schmutzkübelkampagne

Einen Tag vor ihrem zweiten TV-Duell hat der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama seinem republikanischen Rivalen John McCain vorgeworfen, eine Schmutzkübelkampagne gegen ihn zu betreiben. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina konterte Obama Vorwürfe aus dem gegnerischen Lager, die ihn in die Nähe einer militanten Untergrundgruppe rückten: "Senator McCain und seine Parteigenossen spekulieren darauf, dass sie euch mit Dreck verwirren können, anstatt über substanzielle Dinge zu reden."

Taktik der Republikaner "hilflos"
Zugleich bezeichnete Obama die neue Wahlkampftaktik der Republikaner, die sich nach fallenden Umfragewerten nicht mehr auf Wirtschaftsthemen, sondern auf seine Person konzentriere, als hilflos. "Dies tut man, wenn man den Kontakt verloren, keine Ideen und keine Zeit mehr hat", sagte Obama in der Nacht auf Montag.

Die republikanische Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, Sarah Palin, hatte Obama am Wochenende vorgehalten, freundschaftlichen Umgang mit Terroristen zu pflegen. Dazu führte sie einen Artikel der "New York Times" an, in dem über Kontakte Obamas zu Bill Ayers berichtet wurde, einem früheren Mitglied einer militanten Untergrundgruppe während der Zeit des Vietnamkriegs. Obamas Wahlkampfteam bezeichnete die Anschuldigungen als "Politik aus der Gosse".

Palin verteidigte aber dennoch ihre umstrittenen Vorwürfe. Es sei wichtig, über die Verbindung von Obama zu Ayers zu sprechen, so Palin in Long Beach. Obama habe seine Karriere "in dessen Wohnzimmer gestartet".

Tatsächlich kennen sich Obama und Ayers persönlich. Der 47-jährige Demokrat hat die früheren radikalen Ansichten von Ayers jedoch öffentlich verurteilt. Ayers ist inzwischen Universitätsprofessor in Chicago.

Beschwerde kommt
Die US-Republikaner wollen außerdem noch am heutigen Montag (Ortszeit) Beschwerde gegen die Wahlkampf-Finanzierung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten einlegen. Sie werfen Obamas Kampagnenleiter vor, gesetzliche Höchstgrenzen für Spendengelder überschritten und Zuwendungen aus dem Ausland angenommen zu haben. Die Wahlkommission soll daher die Finanzen von Obamas Kampagne unter die Lupe nehmen, fordern die Republikaner. Sie räumten jedoch ein, dass sie ihre Vorwürfe in erster Linie auf Medienberichte stützten und keine Beweise liefern könnten. Obama hat bisher 468 Millionen Dollar (338 Mio. Euro) Spendengelder eingeworben.

Ein Anzeichen dafür, dass einen Monat vor der Abstimmung aber auch die Demokraten eine härtere Gangart einschlagen, ist eine neue Wahlkampagne, die McCain in Zeiten der sich verschärfenden Finanzkrise als verwirrt darstellt. Ein Bezug, der auch als Anspielung auf das Alter des Republikaners gedeutet werden kann. Der 72-jährige McCain wäre der älteste Politiker, der je das Amt im Weißen Haus angetreten hätte. In den USA wird am 4. November ein neuer Präsident gewählt.

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