Obamas Ex-Pastor wird ihm zum Verhängnis

US-Wahlkampf

© AP

Obamas Ex-Pastor wird ihm zum Verhängnis

Nach einer neuen Verbalattacke ist der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama weiter von seinem früheren Pastor Jeremiah Wright abgerückt. Der Geistliche spreche nicht für ihn oder die Politik, für die er antrete, sagte Obama am Montag in Wilmington in North Carolina. "Ich wiederhole: Einige Bemerkungen von Reverend Wright haben mich verletzt und ich verstehe, dass sie das amerikanische Volk verletzt haben", sagte der 46-Jährige, der als erster Afroamerikaner ins Weiße Haus einziehen könnte.

11. September als Vergeltung für US-Politik
Der kämpferische Prediger Wright aus Chicago hatte sich von der wochenlangen Diskussion über seine angeblich anti-amerikanischen Äußerungen unerschüttert gezeigt. Er bekräftigte vor dem Nationalen Presse Club die Aussagen, für die er im März scharf angegriffen und auch sein ehemaliger geistiger Ziehsohn Obama in die Kritik geraten war. Als er auf eine Rede angesprochen wurde, in der er die September-Anschläge 2001 als Vergeltung für die Außenpolitik der USA bezeichnet hatte, antwortete er: "Man kann nicht andere Völker terrorisieren und davon ausgehen, dass das nicht irgendwann zurückschlägt."

Wright distanzierte sich auch nicht von einer Predigt, in der er angedeutet hatte, die US-Regierung habe den Aids-Virus erfunden, um die schwarze Minderheit zu dezimieren - ein Argument, das auch in Afrika weit verbreitet ist. "Wenn ich sehe, was den Afrikanern in diesem Lande alles geschehen ist, traue ich der Regierung alles zu", antwortete er trocken.

Die Äußerung "Gott segne Amerika? Nein, Gott möge Amerika verdammen?" schrieb er indes einem irakischen Regierungsvertreter zu. "Gott verurteilt Taten und für einige Taten der Regierung - nicht des amerikanischen Volkes - gibt es wahrlich keine Entschuldigung", sagte Wright zu der vor allem im Internet verbreiteten Bemerkung. "Das heißt nicht, dass ich Amerika nicht mag oder unpatriotisch bin."

Wright geht rüde mit Zuhörern um
Wright warf seinen Kritikern vor, die religiöse Tradition der Schwarzen in den USA nicht zu verstehen, die sich in Jahrhunderten der Unterdrückung und Sklaverei entwickelt habe. Seine Anhänger im Publikum unterstützten ihn lautstark und stöhnten bei diversen Fragen demonstrativ auf. Den einen oder anderen Fragesteller fertigte Wright seinerseits kurzerhand ab: "Sie haben nicht die ganze Predigt gehört? Nun, damit erübrigt sich die Frage."

Obama ist im Wahlkampf gegen Hillary Clinton wegen einiger gesellschaftspolitischer Patzer unter Druck geraten. Wegen seiner engen Beziehung zu Wright wurde ihm vorgeworfen, rassistisches Gedankengut zu unterstützen. Wegen einer Bemerkung über sozial Schwache wurde er als arrogant und elitär kritisiert. Obama liegt in dem Rennen vorne, Clinton ist ihm jedoch auf den Fersen.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 7

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen