Streit bei Demokraten um Delegierte in Florida und Michigan

US-Vorwahlen

Streit bei Demokraten um Delegierte in Florida und Michigan

Die Gouverneure der Bundesstaaten Florida und Michigan forderten die Parteiführung auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen und die Delegierten doch beim Nominierungsparteitag Ende August in Denver zuzulassen. Der Vorsitzende der Demokraten, Howard Dean, lehnte dies ab. Clinton hatte im Jänner beide Abstimmungen klar gewonnen.

Keine Regeländerung "mitten im Spiel"
Allerdings hatte die demokratische Parteiführung zuvor beschlossen, dass die Delegiertenstimmen aus Florida und Michigan bei der Nominierung nicht gezählt werden, weil die Parteien ihre Vorwahlen eigenmächtig vorverlegt hatten. "Wir werden die Regeln nicht mitten im Spiel ändern", sagte Dean.

Zu Spekulationen über Neuwahlen meinte er, dass die regionalen Parteien die Kosten tragen müssten. Medienberichten zufolge würde ein Wiederholung allein in Florida 25 Millionen Dollar (16,3 Millionen Euro) kosten. Clinton fordert seit Wochen, dass die Ergebnisse beider Abstimmungen anerkannt werden. Obama lehnt dies ab, schließt aber Neuwahlen nicht aus.

Zudem zeichnete sich ab, dass Obama entgegen ersten Ergebnissen bei der jüngsten Vorwahl in Texas doch vorn liegen könnte. Clinton hatte sich bei der regulären Vorwahl am Dienstag zunächst mit 51 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Bei der ebenfalls abgehaltenen parteiinternen Abstimmung (Caucus) lag allerdings Obama deutlich vorn. Nach Auszählung von rund 40 Prozent der Bezirke führte Obama dort mit 56 Prozent der Stimmen, Clinton kam lediglich auf 44 Prozent. Die nächste Abstimmung steht bereits am Samstag im Bundesstaat Wyoming an, am Dienstag wird in Mississippi gewählt.

Obama beansprucht Führungsrolle
Zugleich machte Obama klar, dass er trotz seines enttäuschenden Abschneidens bei jüngsten Vorwahlen weiterhin die Führungsrolle bei den Demokraten beansprucht. Er habe nach wie vor rund 100 Delegiertenstimmen mehr für den Nominierungsparteitag als seine Rivalin Clinton. Dieser Vorsprung sei praktisch nicht mehr einzuholen, meinten Wahlexperten.

Superdelegierte als "Zünglein an der Waage"
Nach Berechnungen des TV-Senders CNN hat der schwarze Senator Obama bisher 1520 Delegierte hinter sich gebracht, Clinton lediglich 1424. Zur Kandidaten-Kür im August sind 2025 Stimmen erforderlich. Die Zeitung "Washington Post" berichtete, damit werde immer wahrscheinlicher, dass die bisher unentschiedenen 300 "Superdelegierten" den Ausschlag geben. Superdelegierte sind führende Parteipolitiker, die kraft ihres Amtes am Parteitag teilnehmen und unabhängig von ihrer Basis entscheiden können.

Umfragen zufolge hätten sowohl Obama als auch Clinton bei den Präsidentenwahlen im November gute Siegchancen. Wie die "Washington Post" berichtete, würde Obama den republikanischen Kandidaten John McCain mit 52 zu 40 Prozent der Stimmen schlagen. Clinton wäre mit 50 zu 44 Prozent siegreich.

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