09. Jänner 2007 15:38

Bis 2010 

10,5 Mrd. Euro für Bahn & Straße

Die neue Regierung plant in den nächsten vier Jahren 6 Mrd. Euro für den Bahn-Ausbau und 4,5 Mrd. Euro für den Straßen-Bau. Die Transporteure warnen hingegen vor einer höheren Lkw-Maut.

10,5 Mrd. Euro für Bahn & Straße
© ÖBB

Die neue Regierung plant in den nächsten vier Jahren 6 Mrd. Euro für den Ausbau der Bahn und 4,5 Mrd. Euro für den Bau von Autobahnen und Schnellstraßen. Dies geht aus dem nun vorliegenden Regierungseinkommen hervor.

Höhere Abgaben
Bestätigt wird darin auch, dass "zur Finanzierung der Infrastrukturoffensive die Lkw-Maut um 4 Cent und die Mineralölsteuer auf Benzin um 1 Cent sowie auf Diesel um 3 Cent angehoben" und im Gegenzug die KFZ-Steuer für Lkw halbiert werden soll.

EU-widrig
Die österreichische Transportbranche warnt die Regierung vor einer Fahrt auf der falschen Spur. Die angekündigte Erhöhung der Lkw-Maut sei höchstwahrscheinlich EU-widrig, da sie die in der EU-Wegekostenrichtlinie vorgesehene Mauthöhe überschreite und keine Ökologisierung der Mauthöhe nach Schadstoffausstoß vorsehe

Asfinag wird Eigentümer
Um die Bilanz der Autobahngesellschaft Asfinag aufzufetten, soll der Autobahngesellschaft außerdem das Eigentum an den Autobahnen und Schnellstraßen übertragen werden. Anders als die ÖBB, die schon jetzt Eigentümer ihrer Schienen sind, hatte die Asfinag bisher für die Autobahnen nur das Fruchtgenussrecht. Eine Umstellung der Rechnungslegung auf den neue internationale Standards (IFRS) hatte bilanzielle Problem verursacht: Seit Jahresbeginn hat die Asfinag ein negatives Eigenkapital, ab 2008 würden Verluste drohen.

Über 400 Mio. zusätzlich
Die Erhöhung der Mineralölsteuer, die rund 300 Mio. Euro bringen wird, soll jetzt - voraussichtlich in Form von Zinszuschüssen an ÖBB und Asfinag - in neue Schienen und Straßen fließen. Die Anhebung der Lkw-Maut wird der Asfinag zusätzlich 120 Mio. Euro bringen. Zusätzlich sollen ÖBB und Asfinag beim Bau kräftig sparen. "Bei Straßen- und Schieneninfrastruktur müssen die Baukosten massiv gesenkt werden. Damit ist auf Basis der bestehenden Investitionspläne von Asfinag und ÖBB ein Einsparungspotenzial von mindestens 10 Prozent zu realisieren", heißt es im Regierungsabkommen.

Änderungen beim ÖBB-Dienstrecht
Bei den ÖBB soll außerdem auch weiter im Betrieb gespart werden. Das vereinbarte Papier sieht "unter Einbindung der zuständigen Sozialpartner (auch) eine weitere Flexibilisierung des ÖBB-Dienstrechts" vor - eine Forderung der ÖVP. Auf der anderen Seite sollen die ÖBB, wie von der SPÖ verlangt, auch "einer Prüfung zur weiteren Optimierung der Unternehmensstruktur unterzogen" werden.

Lückenschluss vorangig
Die Parteien vereinbarten aber auch eine "Prioritätensetzung nach wirtschaftlichen Kriterien". Vordringlich sollten die "Lücken sowie Beseitigung von Engpässen im hochrangigen Netz" geschlossen werden. Was das etwa für den umstrittenen 4 Mrd. Euro teuren Koralmtunnel heißt, der - wenn es nach den ÖBB geht - auch nach hinten verschoben werden könnte, wollte man in der ÖVP zuletzt nicht präzisieren.

Bekenntnis zum Brennerbasis-Tunnel
Ein ein klares Bekenntnis gibt es aber zum Brennerbasistunnel, für den es eine Sonderfinanzierung geben soll. Im Regierungsprogramm wird der Tunnel als Maßnahme zur Eindämmung des Transits gewertet. Dafür soll es auch verstärkt "diskriminierungsfreie Lkw-Fahrverbote" geben. Das Gesetz für die Verhängung von Lkw-Fahrverboten (Immissionsschutzgesetz-Luft) soll hinsichtlich einer Harmonisierung der EU-Vorgaben überarbeitet werden. Gleichzeitig will die neue Regierung in Brüssel die Erlaubnis zur "Ausweitung von sektoralen Lkw-Fahrverboten" für bestimmte Güter erwirken.




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