26. September 2007 13:39

Weniger Skifahrer 

127 Mio. für Kunstschnee-Anlagen

7 Prozent weniger Umsätze durch schneearme Vorjahres-Saison. Die Ticketpreise ziehen um 4 Prozent an.

127 Mio. für Kunstschnee-Anlagen
© (c) GEPA

Der Schneemangel in der vergangenen Wintersaison 2006/07 hat der österreichischen Seilbahnwirtschaft gehörige Umsatzeinbußen (-7 Prozent) gebracht. Die 263 Betriebe hatten im vorigen Winter ihre Anlagen rund 13,8 Prozent weniger Tage am Laufen. Das hat vor allem die tiefer gelegenen Skigebiete schwer getroffen. Immer mehr setzen die Seilbahnen auf Kunstschnee. Für den heurigen Winter wurden allein 127 Mio. Euro in Beschneiungsanlangen investiert, was sich in höheren Ticketpreisen von bis zu vier Prozent niederschlägt.

Weniger Tage, weniger Skifahrer
Der verzögerte Saisonstart und die geringe Schneedecke - vor allem in Wintersportgebieten unter 1.000 Metern - hat die Beförderungen in der abgelaufenen Wintersaison 2006/07 um 21 Prozent auf 476 Millionen zurückgehen lassen. Im Rekordwinter 2005/06 zählte man noch mehr als 602 Millionen. Die Skifahrertage sanken im vergangenen Winter um 3,6 Prozent auf 48,2 (50) Millionen. Der reine Kassenumsatz (Erlöse der Bahnen und Lifte) reduzierte sich im selben Zeitraum um 7 Prozent auf 848 (927) Mio. Euro.

Die größten Einbußen seien bei den Tageskarten zu verzeichnen gewesen, sagte Ingo Karl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Tagesausflügler, nicht die klassischen Skiurlauber, seien weggeblieben. Aber es sei klar, dass die "Investitionen umgelegt werden müssen". Die Kosten würden aber "nicht unmittelbar in Tarifsteigerungen fließen".

Preis-Erhöhung
"Wir haben uns in den vergangenen Jahren bei den Preisen am Index bewegt", betonte auch der Geschäftsführer des Fachverbands der Seilbahnen Österreichs, Erik Wolf. Es könne aber je nach Skigebiet heuer zu höheren Preisen von bis zu 4 Prozent kommen. Aber von durchschnittlichen Preissteigerungen in dieser Höhe für die Wintersaison 2007/08 könne man nicht sprechen.

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Zwischen 55 und 60 Prozent der rund 20.000 Hektar an heimischen Pisten können laut dem Fachverbandsobmann mit Kunstschnee versorgt werden. Zusätzlich braucht es rund 4 Grad Minus, um den kostbaren Ersatzschnee zu produzieren. Wie schon im Vorjahr werden in der kommenden Wintersaison wieder mehr als eine halbe Mrd. Euro an Investitionen für die Seilbahnbetriebe budgetiert.

Neben der Beschneiung hat die Seilbahnwirtschaft nach Angaben der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) heuer ausgabenseitig zusätzlich 266 Mio. Euro in Sicherheit und Komfort der Anlagen investiert. Allein 130 Mio. Euro sind auf so genannte Zusatzangebote wie den Neu-und Ausbau von Pisten, Rodelstrecken, Parkplätze, Pistengeräte und Gastronomiebetriebe sowie Shuttle-Services entfallen.

Im Winter 2005/06 haben die Seilbahnbetriebe nach Bilanzzahlen inklusive Gastronomie und Nebenbetrieben Gesamtumsätze von 1,17 Mrd. Euro erwirtschaftet. Der Anteil der Bahnen und Lifte dabei belief sich auf 91,9 Prozent, die Gastronomie lukrierte 6,3 Prozent, die Nebenbetriebe 1,7 Prozent.

Die Aufwände die Seilbahnbetriebe lagen bei 1,14 Mrd. Euro. Rund 30 Prozent davon sind für Gehälter und Löhne für Mitarbeiter aufgegangen. Die mehr als 3.000 Seilbahn- und Liftbetriebe beschäftigen Sommer und Winter 14.300 Mitarbeiter, davon arbeiten etwa 5.800 in Voll- oder Teilzeit das ganze Jahr hindurch.




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