25. August 2009 10:18

Halbjahresbilanz 

162 Mio. Verlust für Kärntner Hypo

Kreditrisikovorsorgen sind um 119 Prozent gestiegen.

162 Mio. Verlust für Kärntner Hypo
© APA/ Eggenberger

Die Hypo Group Alpe Adria mit Sitz in Klagenfurt hat im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 162 Mio. Euro geschrieben. Zwar habe die Bank ein positives operatives Ergebnis vorzuweisen, dieses habe jedoch die negativen Effekte der Finanzmarktkrise - insbesondere durch gestiegene Kreditrisikovorsorgen (plus 119 Prozent) - nicht auffangen können, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. "Wir werden in den kommenden Monaten weiter unsere Portfolien bereinigen und Risiken abbauen", kündigte Vorstandsvorsitzender Franz Pinkl an.

Für das Gesamtjahr rechnet Pinkl mit einem "klar positiven operativen Ergebnis vor Risikovorsorgen", das Konzernergebnis dürfte jedoch negativ ausfallen.

Damit wird der Staat Österreich im Jahr 2009 wohl auf die Zinszahlung der Kärntner Hypo verzichten müssen, die der Republik für die Gewährung der 900 Mio. Euro an Partizipationskapital aus dem Bankenhilfspaket an die Hypo Group Alpe Adria zustehen würde. Die Zahlungen sind nämlich nur fällig, wenn die Bank am Ende des Jahres Gewinn macht..

Bilanzsumme sank um 3,7 %
Die Bilanzsumme der mehrheitlich der Bayrischen Landesbank (BayernLB) gehörenden Hypo sank um 3,7 Prozent auf 41,7 Mrd. Euro. Die zahl der Standorte wurde von 384 auf 376 verringert. Beim Nettozinsergebnis legte die Bank jedoch um 14,5 Prozent auf 389,8 Mio. Euro zu. "Mit unseren Erfolgen im operativen Geschäft des ersten Halbjahres zeigen wir nicht nur, dass wir erfolgreich am Markt agieren können, sondern auch, dass wir hart daran arbeiten, dem in uns gesetzten Vertrauen gerecht zu werden" erklärte Pinkl.

Die Zuführung von Kreditrisikovorsorgen stieg gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 190 Mio. Euro auf 349 Mio. Euro und damit um 119 Prozent. Das sei vor allem auf hohe Vorsorgen im Leasingbereich in den Ländern Kroatien, Ukraine und Bulgarien zurückzuführen, hieß es seitens der Bank. Trotz des auf die Finanzkrise zurückzuführenden Rückgangs der Provisionserträge im Wertpapier- und Girogeschäft wurde das Provisionsergebnis durch den Anstieg der Provisionserträge im Kreditgeschäft mit 60,2 Mio. Euro konstant auf dem Niveau des Vorjahres gehalten.

Die Eigenmittelquote sank minimal von 11,9 Prozent zu Jahresende 2008 auf 11,8 Prozent, die Kernkapitalquote erreichte 8,1 Prozent. Die gesamten anrechenbaren Eigenmittel werden mit 3,95 Mrd. Euro ausgewiesen, die gesetzliche Mindesterfordernis lag bei 2,65 Mrd. Euro.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare