06. September 2007 14:39

Reise-Studie 

4.000 Euro Preis-Unterschied bei Flugtickets

"Willkürliche Preisgestaltung". Eine Reise-Studie stellte enorme Preisunterschiede bei Flugtickets fest.

4.000 Euro Preis-Unterschied bei Flugtickets
© AP

Der Preis für einen Flug unterscheidet sich einer Studie des Deutschen ReiseVerbandes zufolge je nach dem Vertriebsweg sehr stark. Bei einem über sechs Monate laufenden Vergleich von Flugpreisen im Internet und im Reisebüro seien Preisunterschiede bis zu 4.000 Euro festgestellt worden, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Donnerstag in Berlin mit. Zum Teil seien die Flugreisen günstiger im Internet zu bekommen, zum Teil im Reisebüro, in manchen Fällen sind sie bei beiden Vertriebswegen identisch. Die Preisdifferenzierung erschiene "willkürlich", es sei kein Zusammenhang mit Strecken oder Vorausbuchungsfristen zu erkennen, erklärte DRV-Vorstandsmitglied Otto Schweisgut.

Der DRV ließ den Internet-Dienstleister ASNM New Media die Preise von zehn ausgewählten großen Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air France und British Airways sowie von fünf Ferien- und Billigfliegern wie Air Berlin, Condor und Germanwings kontrollieren. Gesucht wurde nach den jeweils billigst verfügbaren Preisen für einen Flug - auf der eigenen Internet-Seite der Airline und im Reisebüro-Reservierungssystem. Verglichen wurden die Preise auf verschiedenen Kurz- und Langstrecken mit unterschiedlichen Vorausbuchungsfristen.

Preiswirrwarr
Heraus kam, dass die Fluggesellschaften auf ihren eigenen Internet-Portalen andere Preise als in den Computer-Reservierungssystemen für die Reisebüros anbieten. Der Anteil unterschiedlicher oder gleicher Preise variiert der Studie zufolge bei allen Fluggesellschaften, eine Systematik ist demnach nicht zu erkennen. "Für den Kunden ist es schwer, den jeweils besten Preis ausfindig zu machen", erklärte Schweisgut weiter. "Dieses Preiswirrwarr können sie nicht mehr durchblicken." Die Reisebüros benötigten mehr technische Systeme und ihr Zeitaufwand bei der Beratung der Kunden steige.

Der DRV forderte die Fluggesellschaften auf, gleiche Preise in allen Systemen anzubieten. Nur so hätten Reiseverkäufer die gleichen Bedingungen und die Kunden die Gewissheit, überall den besten Preis zu bekommen.




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