14. März 2008 11:38

An Wittman verkauft 

400 Jobs bei Battenfeld gerettet

Die Kunststoffmaschinenfabrik Battenfeld ist gerettet. Das Unternehmen wird an Wittman verkauft. 400 Jobs sind gerettet.

400 Jobs bei Battenfeld gerettet
© APA: Ernst Weiss

Die in Konkurs befindliche niederösterreichische Kunststoffmaschinenfabrik Battenfeld ist gerettet. Das Unternehmen wird an das Wiener Familienunternehmen Wittman Kunststoffgeräte - vorbehaltlich der gerichtlichen Zustimmung - verkauft, teilte der Masseverwalter Michael Lentsch am Freitag mit. Damit werden 400 der insgesamt 472 Arbeitsplätze in Kottingbrunn gerettet.

Die Battenfeld Kunststoffmaschinen GesmbH hat am 3. Jänner beim Landesgericht Wiener Neustadt Konkursantrag gestellt. Der Verkauf soll bis Ende des Monats abgewickelt werden.

Freude bei Pröll
"Das ist nach dem zurückliegenden Sonntag (NÖ-Wahl) die nächste große Freude, die mir widerfährt", feute sich Landeshauptmann Pröll. Er verwies auch darauf, dass politische Mitbewerber im Wahlkampf den Überbrückungskredit für Battenfeld von 15 Mio. Euro, für den das Land die Haftung übernommen hatte, als "Lösung nur für den Wahltag" angesehen hätten. "Mit dem heutigen Tag" zeige sich, dass das "Schall und Rauch" gewesen sei, betonte der Landeshauptmann. "Uns ist es von der ersten Minute an darum gegangen, das Unternehmen zu retten." Auch Zulieferbetriebe von Battenfeld "können aufatmen", so Pröll. Dabei handle es sich immerhin um 175 Unternehmen mit etwa 3.000 Mitarbeitern.

"Enorme Signalwirkung"
Für LHStv. Ernest Gabmann hat die Battenfeld-Rettung "enorme Signalwirkung". Es habe sich gezeigt, dass das Land NÖ auch bei Problemfeldern kühlen Kopf bewahre. Der Landeshauptmann habe dabei "sehr viel und hohes Risiko getragen". Letztlich sei "alles optimal gelaufen". Und, so Gabmann weiter: "Wir in Niederösterreich brauchen keine Sanierungsgesellschaft. Wir haben die Strukturen, Probleme lösen zu können."

Gute Lösung für alle
"Wittmann passt perfekt zu Battenfeld", sagte Masseverwalter Michael Lentsch. Gleichzeitig verwies er darauf, dass es das Unternehmen "ohne die Maßnahmen des Landes" nicht mehr gäbe. Die Verhandlungen bis zur Übernahme durch Wittmann seien lang und schwierig gewesen, jedoch stets konstruktiv und fair verlaufen. Letzteres gelte auch für den Kaufpreis. Die getroffene Lösung sei "für das Unternehmen, den Standort, die Dienstnehmer und natürlich auch für die Gläubiger gut".

Fünfjährige Standortgarantie
Werner Wittmann betonte, er habe sich nach dem Battenfeld-Konkurs "gleich einmal interessiert" und in der Folge "von Anfang an mitgeboten". Er sehe nun eine "positive Herausforderung". Mit Spritzgussmaschinen und Peripheriegeräten könnte künftig ein "komplettes Paket" angeboten werden, was gegenüber Mitbewerbern einen Vorteil bedeuten werde. Gleichzeitig unterstrich er, beim Battenfeld-Kauf eine fünfjährige Standortgarantie abgegeben zu haben. Für ihn stehe jedoch "außer Diskussion, dass wir uns wegbewegen - schon allein wegen des Mitarbeiter-Know-hows".




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