27. Oktober 2007 12:00

Höhere Abfindung 

720.000 Euro für Ex-Asfinag-Chefs

Minister Faymann hatte von 280.000 Euro Ablöse für die drei Asfinag-Vorstände gesprochen. Einem Bericht zufolge fällt diese nun höher aus.

720.000 Euro für Ex-Asfinag-Chefs
© APA

Die Ablöse der drei Vorstände in der Autobahngesellschaft Asfinag kommt offenbar doch teurer als offiziell behauptet. Die einvernehmliche Trennung von Trattner, Lückler und Reichhold kostet laut "Presse" 2.160.000 Euro. Jeder der drei Vorstände erhält damit zum Abschied 720.000 Euro, zitierte die Zeitung aus den frisch unterschriebenen Vereinbarungen. Infrastrukturminister Werner Faymann (S) hatte von 280.000 Euro gesprochen und Gerüchte vehement dementiert, wonach die Kosten für die vorzeitige Ablöse der drei Manager 1,5 Millionen Euro kosten soll.

Nun heißt es laut "Presse" aus dem Ministerbüro: "Der Minister wurde nur über die Abfertigungen in Höhe von 280.000 Euro informiert." Alles andere entziehe sich seiner Kenntnis. Tatsächlich enthalten die schriftlichen Vereinbarungen mit den drei Vorständen laut dem Bericht jeweils eine "freiwillige Abfertigung" in Höhe von 280.000 Euro. Doch dann würden der Reihe nach gesonderte Positionen angeführt, um die Gesamtsumme hinaufzuschrauben.

Für den Inhalt der Verträge war ÖBB-Manager Franz Nigl verantwortlich - das Ergebnis scheint ausgesprochen kreativ zu sein. Den drei in Ungnade gefallenen Asfinag-Vorständen wurden nämlich diverse Sonder-Bonifikationen eingeräumt. Sie erhalten laut "Presse" Bonifikationen für die Jahre 2006 und 2007 - mit der schriftlichen Anmerkung "100 Prozent Zielerreichung". Und dann gibt es für die drei noch einen "Sonderbonus", ebenfalls für die Jahre 2006 und 2007, "für besondere Leistungen".

Asfinag-Aufsichtsratschef Eduard Saxinger findet nichts dabei: "Die drei Vorstände wurden ja nicht gegangen, weil sie keine Leistungen erbracht hätten. Es gab eher Probleme mit der Umsetzung der künftigen Asfinag-Strategie." Zu den Bonifikationen gibt es auch weiterhin die monatliche Vorstands-Gage bis Ende März 2008 sowie eine finanzielle Entschädigung für nicht verbrauchten Urlaub bis in das Jahr 2008 hinein.

In einer Reaktion auf den Artikel wies die Asfinag den in der Zeitung "erweckten Eindruck, als ob die Ablösesumme von 280.000 Euro für die ausgeschiedenen Vorstände nicht stimmen würde" als "unrichtig" zurück, bestätigte aber gleichzeitig die weiteren Zahlungen. Saxinger stellte in einer Aussendung klar, dass die Ex-Vorstände als Ablöse 280.000 Euro erhalten. "Alle kolportierten, darüber hinausgehenden Beträge sind Ansprüche aus den Dienstverträgen, die 2006 abgeschlossen wurden und daher ohnedies zustehen, wie die Entgeltzahlung bis Ende März 2008, der Abfertigungsanspruch, Urlaubsentschädigungen und schon vereinbarte Prämien. Sollten die Dienstverhältnisse vor März 2008 beendet werden, reduzieren sich die sich aus dem Vertrag ergebenden Entgeltansprüche entsprechend", hieß es.




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