02. September 2008 12:59

Pensionskassen 

AK befürchtet weitere Rentenkürzungen

Die Arbeiterkammer befürchtet drastische Kürzungen der Zusatzpensionen aufgrund eines Veranlagungs-Minus.

AK befürchtet weitere Rentenkürzungen
© sxc

Nach einem Veranlagungs-Minus von fünf Prozent im ersten Halbjahr glaubt die Arbeiterkammer für den Großteil der rund 50.000 heimischen Pensionskassen-Begünstigten an weitere drastische Kürzungen ihrer privaten Zusatzpensionen im zweistelligen Bereich - zumindest für jene 80 Prozent, die über keine Garantie verfügen.

AK-Direktor fordert Reform
Doch auch den übrigen 500.000 Zusatzpensionisten ingesamt würden unaufholbare Verluste drohen, die sich in den kommenden Jahren auf 60 Prozent aufsummieren könnten, warnte AK-Direktor Werner Muhm am Dienstag und forderte eine Reform des Systems, etwa eine "Mindestgarantie neu" für die Versicherten, einen leichteren Wechsel von einer Kasse zu einer anderen oder zur Betrieblichen Kollektivversicherung sowie Änderungen der Schwankungsrückstellung. Im Schnitt betragen die Zusatzpensionen 500 Euro im Monat.

"Waterloo der Pensionskassen"
Wenn kein wesentlicher Umschwung auf den Kapitalmärkten erfolge, drohe das heurige Jahr "zum Waterloo der Pensionskassen" zu werden, warnte Muhm. Dass seit 1997 bis heuer von den Pensionskassen lediglich 2,37 Prozent Ertrag erwirtschaftet worden sei, sei beschämend. Das liege sogar unter der Sekundärmarktrendite von durchschnittlich 4,01 Prozent jährlich. Und die minus fünf Prozent heuer seien ganz unverständlich, hätten sich doch mit Festgeld knapp plus fünf Prozent erzielen lassen, meinte Otto Farny, Leiter der Steuerpolitik-Abteilung. Muhm warnte daher vor einer weiteren Erhöhung der Aktienquote in der Veranlagung, wie das etwa die EU anstrebe.

Banken schneiden schlechter ab
Als auffallend bezeichneten Muhm und Farny, dass im Zeitraum 1997 bis 2007 Pensionskassen, die Banken gehören, schlechtere Ergebnisse aufgewiesen haben als bankenunabhängige Institute. Möglicherweise hänge das damit zusammen, dass Fonds und Dachfonds der eigenen Bankinstitute in die Veranlagung genommen würden, da sich mit den Fondsspesen gut verdienen lasse. Außerdem haben die derzeit 13 betrieblichen Kassen ein Viertel besser abgeschnitten als die momentan sechs überbetrieblichen.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |