30. September 2009 09:24
Ein Ausfall des zentralen Lufthansa-Check-In-Systems hat am Mittwoch
weltweit zu Verzögerungen bei der Abfertigung sowie zu Verspätungen und
einzelnen Flugausfällen geführt. Das System kam kurz vor 4.00 Uhr während
eines routinemäßigen Software-Updates zum Stillstand, wie Lufthansa-Sprecher
Thomas Jachnow sagte.
Aus noch nicht geklärten Gründen sei ein Betriebssystemfehler am zentralen
Rechner des Abfertigungssystems aufgetreten. Der Server konnte um 08.00 Uhr
wieder gestartet werden, aber das elektronische Einchecken funktionierte
erst ab 13.30 Uhr wieder.
Händische Abfertigung
An dem Abfertigungssystem hängen
international zahlreiche Airlines, unter anderem auch die AUA, die in Wien
ebenfalls händisch abfertigen musste, wie Sprecher Michael Braun sagte. Die
Folge waren in Wien etwa halbstündige Verspätungen. Braun sagte, der Ausfall
habe etwa von 6.00 bis 12.00 Uhr gedauert. Am Nachmittag liefen die Systeme
wieder.
Schlangen wie zur Hauptreisezeit
Wegen des Systemausfalls musste
die Lufthansa weltweit auf manuelles Einchecken umstellen - "mit Stift
und Zettel, wie in der Zeit vor den Computern", wie der Sprecher sagte.
An den Schaltern bildeten sich Schlangen wie zur Hauptreisezeit. Die
Verspätungen beliefen sich nach Lufthansa-Angaben auf durchschnittlich eine
Stunde. Ein gutes Dutzend Flüge auf stündlich angeflogenen Strecken fiel
aus, wie Jachnow mitteilte. Die Fluggäste seien aber alle weggekommen.
Vor den Check-In-Schaltern, wie hier in Frankfurt, bildeten sich lange
Warteschlagen. (c) APA
Die Gepäckunterlagen mussten ebenfalls per Hand ausgefüllt werden. Die
Passagiere mussten ihre Koffer und Taschen zur Sicherheit noch einmal
identifizieren. Das führte dazu, dass Gepäckstücke nicht rechtzeitig
eingeladen werden konnten. Die Fluggäste bekamen sie nachgeschickt.
Die Lufthansa setzte "weit mehr als 100 Mitarbeiter" zusätzlich
ein, um die Probleme zu bewältigen. Das Unternehmen empfahl Kunden, die
Möglichkeiten zum Check-In im Internet auf lufthansa.com zu nutzen.
Vor fast genau fünf Jahren, am 23. September 2004, war das elektronische
Abfertigungssystem der Lufthansa schon einmal von einem Systemfehler
lahmgelegt worden. Damals mussten 33 Verbindungen mit 3.000 Fluggästen
gestrichen werden.