10. September 2008 20:19

Bieter-Wettstreit 

AUA-Verkauf geht in die heiße Phase

Am Freitag endet die Frist für die AUA-Angebote. Fünf Airlines werden bieten, bis 16. September gibt es die Shortlist.

AUA-Verkauf geht in die heiße Phase
© APA

„Wir sind eine fesche Braut, für die es genug Werber gibt“, umriss AUA-Chef Alfred Ötsch am Mittwoch den Stand des Bieterverfahrens um die heimische Airline. „Die Großen und Starken sind dabei“, so Ötsch, der vor allem froh ist, dass sich „die Richtigen“ für die AUA interessieren. Wobei er festhält: Mehr als ein Partner käme als „richtiger“ in Frage.

Die Einreichfrist für unverbindliche Offerte endet am Freitag. Offiziell geoutet als Brautwerber haben sich bisher Lufthansa, Air France-KLM und relativ deutlich die russische S7. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber und Ötsch saßen gestern bei einem Luftfahrtsymposium in Wien traulich nebeneinander am Podium, wollten über allfällige „Ehepläne“ aber nicht reden. Zeit für ein Vieraugengespräch blieb ihnen laut Ötsch auch nicht.

„Kühlen Kopf bewahren.“
Mayrhuber betonte lediglich, dass die Lufthansa ja bereits sehr gut mit der AUA zusammenarbeite. Auf die Frage, ob es dann vielleicht gar nicht nötig sei, die AUA zu kaufen – er sie aber der Air France nicht gönne, sagte Mayrhuber: „Nein, so ist das keinesfalls, in diesen Dingen muss man einen kühlen Kopf bewahren.“ Am Ende des Tages sei es wichtig, Geld zu verdienen. „Eine Wertschöpfung muss organisierbar sein.“

Scharfe Kritik an der Lufthansa hatte am Dienstag S7-Chef Wladislaw Filev in Wien geäußert. Unter anderem sagte er, die Lufthansa verhindere, dass die S7 mehr Slots in Frankfurt bekomme. Mayrhuber launig: „Ich bin doch nicht der Slot-Onkel von Frankfurt.“ Vermutet wird, dass die finanzstarke S7 den Preis für die AUA in die Höhe treibt. Dass die S7 viel Geld habe, „unterscheidet sie vielleicht von anderen“, so Mayrhuber.

Flughafen Wien-Chef Herbert Kaufmann betonte gestern einmal mehr, dass der Airport seine Funktion als Gateway nach Osteuropa nur erhalten könne, „wenn es einen Home-Carrier und ein entsprechendes Hubsystem gibt.“ Und: „Wirklich knapp sind Pistenkapazitäten.“ Hier habe der Flughafen mit der geplanten dritten Landepiste einen Trumpf.

AUA-Chefsessel
Die Frage, ob er sich erneut für den Chefposten bei der AUA bewerben werde, stellt sich für Ötsch derzeit nicht. „Mein Vertrag läuft bis 2011.“ Einen möglichen Mitbewerber hätte er bereits. Der frühere AUA-Manager Wolfgang-Prock-Schauer, jetzt Chef der indischen Jet Airways, zu allfälligen Bewerbungsabsichten befragt: „Ich will nichts andeuten, aber auch nichts ausschließen.“




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