29. April 2008 17:48

60 Mio. Verlust 

AUA-Verluste gefährden Scheich-Einstieg

Al Jaber soll in einem Brief ÖIAG-Vorstand und AUA-Präsident Peter Michaelis dringend um ein Treffen ersucht haben.

AUA-Verluste gefährden Scheich-Einstieg
© APA

Die schlechten Quartalszahlen der AUA gefährden den Einstieg von Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber bei der österreichischen Luftlinie, berichtet die "Presse" in ihrer Mittwoch-Ausgabe. Demnach jagt eine Krisensitzung die nächste, selbst am Wochenende habe Hektik geherrscht. Der Nettoverlust von 60,4 Mio. Euro im 1. Quartal soll Al Jaber einigermaßen überrascht haben. Zumal der Aktienkurs der AUA mit 3,47 Euro nicht einmal mehr halb so hoch ist wie der vereinbarte Kaufpreis je Aktie.

Scheich ersucht um Treffen
Noch will man bei der JJA-Beteiligungsverwaltungs GmbH, die die österreichischen Beteiligungen des Scheichs - unter anderem das Grand Hotel, The Ring, Hotel Schwarzenberg - verwaltet, das Wort "Ausstieg" aus dem Deal mit der AUA nicht einmal in den Mund nehmen, heißt es in dem Bericht. Zumal dies einen langen Rechtsstreit auslösen könnte, der die AUA massiv beschädigen würde.

Al Jaber soll jedoch in einem Brief ÖIAG-Vorstand und AUA-Präsident Peter Michaelis dringend um ein Treffen ersucht haben. Möglicherweise will er den Kaufpreis nach unten korrigieren. Außerdem soll auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) über "Probleme" informiert worden sein. Der Kanzler - und auch sein Vize Wilhelm Molterer (V) - haben die Beteiligung befürwortet, weil damit der Alleingang der AUA gewährleistet sein soll.

"Schwere Verärgerung"
Vertraute berichten jedenfalls von einer "schweren Verärgerung" des Scheichs. Bei der Unterzeichnung des Vertrags am 3. April sei Al Jaber versichert worden, es laufe alles nach Plan. Da war das erste Quartal aber schon gelaufen und die AUA-Spitze muss von den Verlusten gewusst haben, heißt es. Al Jabers rechte Hand, Karim Jalloul, gab sich auf "Presse"-Anfrage zugeknöpft. Er könne zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. Um dann nachzusetzen: Dass Al Jaber nicht gerade begeistert sei, "das liegt auf der Hand".




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