14. Juli 2009 08:44
Die Lufthansa machte auch am Montag kein neues Angebot an die
EU-Wettbewerbskommission. Die deutsche Airline bleibt also wie erwartet hart
und denkt nicht daran, – wie von der EU vehement gefordert – weiter
Zugeständnisse zu machen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die AUA-Übernahme scheitert, nähert sich damit
100 Prozent. Denn bis 31. Juli geht sich nun keine Freigabe der EU mehr aus.
Und die Lufthansa hat das Recht, Ende Juli aus dem Deal auszusteigen.
Theoretisch kann sie ihr Angebot anschließend natürlich verlängern. Sollte
sie das tatsächlich machen, dann nur zu deutlich schlechteren Konditionen:
Die Kleinaktionäre bekämen weniger Geld, die Republik Österreich müsste mehr
als 500 Millionen Euro zuschießen.
Lufthansa-Vorstand tagt
Aber nur Lufthansa-Boss Wolfgang
Mayrhuber soll das erwägen, die übrigen Vorstandsmitglieder (heute tagt das
Gremium) wollen von der AUA nichts mehr wissen. Denn die Airline müsste dann
doch auf mehr Flüge verzichten und die AUA selbst wiederum wird aufgrund
ihres ökonomischen Sinkflugs von Tag zu Tag weniger wert.
Dennoch wird es am Dienstag wie geplant eine außerordentliche
Hauptversammlung geben. Alle Beschlüsse, die mit dem Lufthansa-Deal in
Verbindung stehen, sollen vorsorglich beschlossen werden.
Beschluss zu Kapital
Ein für die AUA essenzieller Beschluss der
Hauptversammlung umfasst das Kapital. Das muss gleich vom neuen Eigentümer
kommen. Denn zum Abruf muss schon ein Rahmenbeschluss vorhanden sein.
Es geht um eine Kapitalerhöhung (Kapitalrahmen) um bis zu 132,2 Mio. Euro
durch Ausgabe von 44,07 Millionen jungen Aktien, also bis zur Hälfte des
AUA-Grundkapitals. Dabei geht es nach jetziger Beschlussvorbereitung um den
Ausschluss des Bezugsrechts der bisherigen Aktionäre. Dies wird der Vorstand
auch ausführlich begründen.
Marke "Austrian" bleibt
Die AUA-Satzung soll künftig
niederschreiben, dass die Marke "Austrian" bleibt, und dass Wien Sitz der
Airline ist. Strikt vorbehaltlich des Zustandekommens des Lufthansa-Deals
auch die HV-Beschlüsse zu den Organen: Demnach besteht der Vorstand "aus
zwei, drei oder vier Personen", der künftige Aufsichtsrat aus mindestens
drei, höchstens 12 Mitgliedern. Wie weit schon ins Detail gegangen wird
(Nachbesetzungen, Neunominierungen), wurde nach außen vorher nicht bekannt
gegeben. Ebenso, was den künftigen fünfköpfigen speziellen "Beirat" anlangt,
dessen Installation zum Signing mit der Lufthansa abgemacht worden war.