04. Februar 2009 20:59

Luftfahrt 

AUA will mit Billig-Tickets gegen Pleite fahren

Die AUA-Interimschefs Bierwirth und Malanik sprechen von einer dramatischen Lage für die AUA. Ein Sparkurs soll die Pleite verhindern.

AUA will mit Billig-Tickets gegen Pleite fahren
© APA/Robert Jaeger

Die Lage bei der AUA (Austrian Airlines) ist dramatisch: Greifen die Pläne der neuen Führung nicht, droht laut Medienberichten trotz des Vertrags mit der Lufthansa die Pleite. Das Budget für 2009 sei wegen der Krise obsolet. Mehr Billigtickets sollen nun die Nachfrage ankurbeln. In drastischen Worten haben die beiden AUA-Interimschefs in einer großen Mitarbeiterinformation vorige Woche die Situation beschrieben. "Ich erinnere mich an einen Vortrag eines Konkursanwalts im kleinen Kreis des Vorstandes vor Weihnachten, und ich sage ihnen: Wäre es nicht zum Closing mit der Lufthansa gekommen, wir hätten die Hand heben müssen", zitieren Medien den AUA-Vorstand Andreas Bierwirth unter Berufung auf eine Videoaufzeichnung der vorwöchigen Informationsveranstaltung.

Toten Patienten wiederbeleben
Die AUA, so Bierwirth, sei "ein toter Patient, der wieder kräftig vitalisiert werden muss" . Wenn die geplanten Maßnahmen (teilweiser Gehaltsverzicht, Streckenreduktion, -streichung, Lieferantenbeiträge etc.) nicht erfolgreich umgesetzt werden, kann Bierwirth nicht ausschließen, dass "die AUA trotz des Signings an die Wand fährt" . Bierwirths Vorstandskollege Peter Malanik räumte ein, er hätte nie gedacht, dass die AUA einmal in die Situation käme, vom Staat eine Rettungshilfe von 200 Mio. Euro zu benötigen. 67 Mio. seien am 22. Dezember abgerufen worden, "um am 23. Dezember ganz normale Schulden tilgen zu können". Hätte es das Staatsgeld nicht gegeben, hätte die Airline am 31. Dezember eine Liquidität von gerade 4 Mio. Euro gehabt.

Budget 2009 verfehlt
"Bei einem Umsatz von 2,5 Mrd. Euro ist das so gut wie nichts, so dramatisch ist die Situation", so Malanik, der mit Andreas Bierwirth nach dem Abgang von Alfred Ötsch die AUA interimistisch leitet. Wenn die restlichen 133 Mio. Euro in den nächsten Monaten abgerufen werden, dann sichere das die Liquidität auf Basis des derzeitigen Budgets. Allerdings: "Das Budget für 2009 werden wir verfehlen, dass wissen wir jetzt schon", wird die neue AUA-Spitze zitiert. Daher brauche man jetzt Maßnahmen, um die Liquidität bis zum Closing mit der Lufthansa zu sichern.

Billige Tickets
Bierwirth verwies auf die Vertriebsschwäche der AUA. Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich, wo die AUA verliere. Daher werde es auf "Monopolstrecken Preisnachlässe geben". Um gegenzusteuern, würden die Preise gesenkt und verkaufsfördernde Maßnahmen bei den Reisebüros gesetzt. So sollen mehr 99-Euro-Tickets auf den Markt kommen, um die Menge zu halten. Mit billigen Tickets sollen Verkehrsströme nach Wien geleitet werden. 30 bis 40 Mio. Euro sollen die Lieferanten der AUA nachlassen, 20 bis 30 Mio. im Haus gefunden werden und um 50 Mio. (10 Prozent) die Personalkosten gesenkt werden. 110 Mio. müssten bis zum Closing mit der Lufthansa gespart werden. Selbstbewusst sei schließlich versichert worden, dass niemand von den bisher genannten Namen in den AUA-Vorstand kommen werde. "Wir werden bleiben, wenn wir erfolgreich sind", wird das Führungsduo wiedergegeben.




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