13. März 2008 12:02

Scheiden tut weh 

Ablöse von Ex-ÖBB-Boss kostete 220.000 Euro

Alfred Zimmermann wurden zwar Dienstverfehlungen vorgeworfen, statt einer Verurteilung am Arbeitsgericht kam es aber zu einer Einigung.

Ablöse von Ex-ÖBB-Boss kostete 220.000 Euro
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Die ÖBB schreiben drei neue Vorstandsposten für die Infrastruktur Bau AG aus. Gesucht werden Chefs für die Bereiche "Anlagenmanagement", "Finanzen und Immobilien" und "Infrastrukturerrichtung". Erst vor zwei Monaten hatte das unfreiwillige Ausscheiden von Ex-Infrastruktur-Bau-Chef Alfred Zimmermann für Aufregung gesorgt. Die Ablöse soll die ÖBB 220.000 Euro gekostet haben.

Ihm wurden Dienstverfehlungen vorgeworfen, statt einer Verurteilung vorm Arbeitsgericht kam es allerdings zu einer Einigung.

Ständiger Wechsel
Im vergangenen halben Jahr ist es zu zahlreichen Personalrochaden im Staatskonzern gekommen. So wurde der Holding-Vorstand von zwei auf vier Vorstände erweitert. Im Güterverkehr wurden zwei Vorstandsposten ausgeschrieben. Und auch im Personenverkehr gab es nach dem unfreiwilligen Abgang von Wilhelmine Goldmann - auch ihr wurden Dienstverfehlungen vorgeworfen, ein Absetzungsversuch scheiterte aber im ersten Anlauf - Neubesetzungen.

In den Medien war immer wieder von einem SPÖ-ÖVP-Proporz-Postenschacher die Rede, während es unter der Vorgängerregierung hieß, dass hauptsächlich ÖVP-und FPÖ-nahe Manager zum Zug gekommen seien.

Hohe Gehälter
Für Aufregung hatten auch die Gagen der ÖBB-Manager gesorgt: Mehr als ein Dutzend Eisenbahn-Manager verdienten 2006 mehr als der Bundeskanzler. Wobei ihre Gehälter von den Gewinnen der ÖBB abhingen. Diese Gewinne wurden aber nur eingefahren, weil Rückstellungen der Bahn aufgelöst wurden.

Strittige Privatisierung
Was eine Privatisierung von Teilen des Konzerns anlangt, ist die Regierung uneins. Während Finanzminister Wilhelm Molterer einen Investor "herzlich willkommen" heißen würde, und zwar "je früher desto besser", widerspricht Verkehrsminister Werner Faymann. In dieser Legislaturperiode gebe es keine ÖBB-Privatisierung, meint Faymann.




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