06. Mai 2009 16:03

Kunden fehlt Geld 

Airbus drosselt Produktion des A380

Airbus liefert heuer weniger A380 aus. Den Kunden fehlt das Geld. 2009 werden somit nur 14 statt 18 Maschinen abgeliefert, hieß es aus Toulouse.

Airbus drosselt Produktion des A380
© APA

Zum zweiten Mal binnen vier Monaten hat Airbus die Produktionspläne für das weltgrößte Passagierflugzeug A380 gesenkt, weil den Kunden das Geld fehlt. In diesem Jahr würden nur 14 statt 18 Maschinen abgeliefert, teilte Airbus am Mittwoch in Toulouse mit. 2010 sollen dann erstmals "mehr als 20" A380 für je 525 Passagiere (Standardversion) an die Kunden gehen. Insgesamt bleibe die Flugzeugfertigung 2009 aber etwa auf dem Rekordniveau des Vorjahres (483 Maschinen). Zusätzliche Stellenstreichungen sind nicht geplant.

Eine Milliarde-Euro Loch klafft
Rechnerisch fehlt Airbus bei vier verschobenen A380-Auslieferungen 2009 rund 1 Mrd. Euro in der Kasse. Die EADS-Tochter versicherte aber, das werde "keine signifikanten Auswirkungen" auf den Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) haben. Airbus werde den Druck auf den Kapitalfluss abfedern. Die Börse glaubte der Versicherung: Die EADS-Aktie stieg bis zum Nachmittag um 3,83 Prozent auf 12,19 Euro.

Kürzlich hatte Verkaufschef John Leahy erklärt, 2010 werde Airbus etwa so viel Flugzeuge ausliefern wie 2009; es seien aber Abweichungen von bis zu 15 Prozent möglich, so dass es auch 70 Flugzeuge weniger sein könnten. Die Analysten der Societe Generale rechnen mit 450 Auslieferungen 2009 und nur 350 im nächsten Jahr. Airbus überprüft die Produktionspläne angesichts der kritischen Marktentwicklung jede Woche.

Wie geplant wird die Fertigung der Mittelstreckenflugzeuge der A320-Familie ab Oktober 2009 von 36 auf 34 Maschinen im Monat gesenkt. Das trifft das Hamburger Werk. Die in Toulouse angesiedelte Produktion der Langstreckenjets A330/A340 bleibt vorerst bei 8,5 Flugzeugen im Monat. Die Aufstockung auf 9,2 im September und zehn im Jänner 2010 war schon vorher aufgegeben worden. Die Entwicklung des Nachfolgemodells A350XWB geht ungebremst weiter.

Viele Airbus-Kunden haben in der Krise Schwierigkeiten, bei den Banken das nötige Geld für die Abnahme neuer Flugzeuge zu bekommen. Frankreich hat fünf Mrd. Euro für Kreditfinanzierung bereitgestellt und Deutschland und Großbritannien aufgefordert, dasselbe zu tun. Berlin und London zögern aber. Der französische Branchenverband GIFAS schätzt den Finanzierungsbedarf der Kunden auf 25 Mrd. Dollar (18,8 Mrd. Eu




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