08. Dezember 2009 18:00

Glück und Pech 

Airbus im Aufwind - Pleite für Boeing

Ryanair will Riesenauftrag stornieren. Airbus verkauft 25 Jets.

Airbus im Aufwind - Pleite für Boeing
© EPA

Aufwind und Gegenwind für die gebeutelte Luftfahrtbranche an einem Tag: Die US-Fluggesellschaft United Airlines gab am Dienstag mit 50 neuen Flugzeugen eine der größten Bestellungen seit Beginn der Rezession in Auftrag. Zugleich drohte aber die irische Billigfluglinie Ryanair dem Branchenflaggschiff Boeing mit der Stornierung von 200 Maschinen.

Ab 2016 im Einsatz
Die UAL-Tochter United bestellte für rund 10 Mrd. Dollar (6,8 Mrd. Euro) jeweils 25 Boeing Dreamliner 787 und den Konkurrenzflieger Airbus A350XWB. Die neuen Flugzeuge sollen von 2016 bis 2019 ältere Boeing-Langstreckenmodelle ersetzen. Die beiden Neuentwicklungen bestehen aus leichteren Materialien und sind daher sparsamer. United will damit die Spritkosten und den Abgasausstoß um ein Drittel senken.

Nach Listenpreis kosten die Flugzeuge insgesamt 10 Mrd. Dollar. Rund 4 Mrd. Dollar entfallen auf Boeing, 6 Mrd. Dollar auf Airbus. Üblicherweise werden bei großen Geschäften aber deutliche Rabatte ausgehandelt. Airbus-Verkaufschef John Leahy räumte ein, United einen Preisnachlass gewährt zu haben. Eine Größenordnung nannte er jedoch nicht.

Einlenken gefordert
Leahy wertete die United-Bestellung als den lang erwarteten Anstoß für die Erneuerung älterer Flugzeuge. Viele Fluggesellschaften hatten sich wegen der Finanzkrise mit Neubestellungen zurückgehalten oder Auslieferungen nach hinten verschoben. Für Boeing bedeutet der Auftrag auch Rückendeckung für die 787, mit deren Entwicklung der US-Konzern seit geraumer Zeit kämpft.

Ein Rückschlag droht dagegen aus Irland. Der Chef des Billigfliegers Ryanair drohte damit, einen Auftrag über 200 Flugzeuge platzen zu lassen, sollte Boeing im Streit über Lieferbedingungen nicht bis kommende Woche einlenken. "Wir sind uns mit Boeing beim Preis weitgehend einig geworden, aber ein Abschluss ist unwahrscheinlich, weil der Konzern jetzt die Lieferbedingen ändern will", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary.




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