22. Jänner 2009 15:38

Vertragsverletzungen 

Airport International klagt Meinl Bank auf 245 Mio.

Die beiden Unternehmen decken sich gegenseitig mit Klagen ein, die Gegenklagen der Meinl Bank und der zuständigen Tochter belaufen sich auf 84 Mio. Euro.

Airport International klagt Meinl Bank auf 245 Mio.
© APA

Airport International (AI), Nachfolgeunternehmen der Meinl Airport International (MAI), und die Meinl Bank bzw. ihre früher für das Management der MAI zuständige Tochter Meinl Airport Managers Limited (MAM), haben sich wechselseitig mit mehreren Klagen eingedeckt. Während AI die Meinl Bank und ihre Tochter auf 245 Mio. Euro geklagt hat, beläuft sich der Wert der schon eingebrachten Gegenklagen der beiden Unternehmen gegen AI auf rund 84 Mio. Euro.

Die Meinl Bank bestätigte am Nachmittag in einer Aussendung schon eingebrachte Klagen in Höhe von gut 80 Mio. Euro und sieht zusätzlichen Schaden von 150 Mio. Euro durch "mangelhafte Geschäftsführung und schwere Versäumnisse des seit sieben Monaten im Auftrag der Hedgefonds agierenden Boards (von AI)" und will daher "im Interesse der Anleger die Boardmitglieder persönlich auf Schadenersatz klagen".

"Schwerwiegende Vertragsverletzungen"
Der größte Brocken der bisher konkretisierten Verfahren ist die Klage der AI gegen die MAM vor dem Royal Court of the Island of Jersey: 211 Mio. Euro an Schäden sollen durch "zahlreiche und schwerwiegende Vertragsverletzungen" im Zusammenhang mit dem Managementvertrag mit der MAM entstanden sein, so die Sicht der AI. Die AI hat den Managementvertrag Ende Oktober 2008 fristlos gekündigt. Die MAM hat ihrerseits die AI auf Schadenersatz in Höhe von 72 Mio. Euro geklagt, die durch diese Kündigung entstanden seien.

Zu hohe Managementgebühren
Parallel dazu hat AI vor dem internationalen Schiedsgericht der Wirtschaftskammer Österreich in Wien gegen die Meinl Bank eine Klage wegen zu hohen Managementgebühren eingebracht. AI will die Rückzahlung von 32,3 Mio. Euro an Gebühren. Darauf hat die Meinl Bank mit einer Widerklage wegen ausstehenden Gebühren von 617.000 Euro reagiert, hält die AI fest.

Weiters gibt es den Schauplatz English High Court in London: Die Meinl Bank klagt von AI 11,4 Mio. Euro Schadensersatz ein, weil der Lizenzvertrag zur Nutzung des Meinl-Namens und Logos aufgelöst wurde. Diese Klage hat ihrerseits die AI bestritten und eine Gegenklage im Wert von 1,2 Mio. Euro eingebracht.

Schließlich hat AI vor dem Handelsgericht Wien auf Herausgabe der von der Meinl Bank gepfändeten 2,1 Millionen AI Zertifikate geklagt und eine einstweilige Verfügung verlangt, wonach der Meinl Bank der Verkauf oder die sonstige Verwertung der Zertifikate untersagt werden soll.




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