06. September 2008 09:50

Börsen-Frust 

Aktien und der Euro rasseln kräftig nach unten

Nach der Finanzkrise und dem Ölpreis sorgt nun die Konjunkturflaute für Panik. Auch am Freitag färbte sich der Wiener Kurszettel tiefrot.

Aktien und der Euro rasseln kräftig nach unten
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Dass die Talfahrt an den Börsen so lange anhält, haben selbst Pessimisten nicht erwartet. „Aktien bleiben im Spannungsfeld zwischen Konjunkturabschwächung und rückläufigen Gewinnwarnungen“, erklärt Hans Köck von der Fondsgesellschaft Pioneer Investments Austria. Seit Jahresbeginn hat die Wiener Börse bereits 25 Prozent verloren.

Vor allem zunehmende Konjunkturängste sorgen für Verunsicherung. „Negative Berichte aus dem Finanzsektor, fallende Kurse von Energieaktien aufgrund des Ölpreisrückgangs und düstere Prognosen sind eine giftige Mischung für Börsen“, glaubt RZB-Analyst Johannes Mattner.

Ausnahme AUA
Die Wiener Börse konnte sich von der weltweit negativen Stimmung nicht abkoppeln. Allein diese Woche ging es mit dem ATX rund sieben Prozent bergab. Einziges Highlight ist die AUA, die im Sog der Verkaufsspekulationen rund 200 Prozent zulegte.

„Kleine Börsen sind von Kursschwankungen immer stärker betroffen als große liquide“, so Mattner. Dass die Unternehmen günstig bewertet sind, sei für Investoren in einer Abschwungphase irrelevant.

Für den Experten ist es daher wahrscheinlich, dass der ATX noch sein Jahrestief von 3.300 Punkten unterschreiten wird, viel schlimmer sollte es dann aber nicht mehr kommen.

Euro verliert an Boden
Auch der Euro stürzt ab. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf 1,421 Dollar. Noch im Juli lag der Euro bei über 1,60 Dollar.

Belastet wird der Kurs von der Rede des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet, der die Wachstumsprognosen für die Euro-Zone senkte. Investoren deckten sich daraufhin mit Dollar ein.

Österreichs Exporteure sind erfreut. Die Wirtschaftskammer hatte zuletzt ihre Prognose für das Exportwachstum 2008 wegen des harten Euros von 8 auf 5 Prozent korrigiert. Fällt der Euro weiter, könnte das den Ausfuhren wieder zusätzlichen Schub verleihen.




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