16. August 2008 09:32

Schöps-Übernahme 

Al Wazzan: Schöps-Sanierung binnen Jahresende

Donnerstagabend kaufte Al Wazzan (50) die Kette Schöps vom deutschen Investmentfonds Arques. Bei Schöps bleibt nun nichts mehr beim Alten.

Al Wazzan: Schöps-Sanierung binnen Jahresende
© Ferrigato

ÖSTERREICH: Vor Kurzem wollten Sie sich noch zum Fünfziger zurückziehen …

Jamal Al Wazzan: Dann ist die Chance mit Schöps gekommen, und so eine Handelskette umzudrehen, ist genau das, was ich kann.

ÖSTERREICH: Lässt sich die Marke noch aufpolieren?

Al Wazzan: Die Marke selbst entspricht nicht mehr dem Zeitgeist. Für ein echtes Revival ist sie zu wenig international. In der Stadt funktioniert sie eindeutig nicht, bestenfalls am Land.

ÖSTERREICH: Heißt das, dass der Name Schöps aus dem Straßenbild verschwindet?

Al Wazzan: Ich habe sehr klare Vorstellungen von der Schöps-Zukunft und natürlich auch schon Vorgespräche mit potenziellen Partnern geführt.

ÖSTERREICH: Wie sieht diese Zukunft aus?

Al Wazzan: Ich werde die Filialen in Franchisekonzepte von Marken wie S. Oliver, Tom Tailor, Tally Weill, Street One, Cecil oder Esprit umwandeln. Ich sehe in diesem Feld Potenzial für neunzig der 95 bestehenden Schöps-Filialen.

ÖSTERREICH: Müssen Sie alle Mietverträge neu verhandeln?

Al Wazzan: Nein, die AG bleibt ja in ihrer jetzigen Form bestehen. Die Flächen werden einfach für neue Marken genutzt, womit ich mich nicht mehr um Dinge wie Ware oder Shop-Dekoration kümmern muss. Es ist mir aber schon immer wichtig gewesen, dass auch die Vermieter mit Veränderungen zufrieden sind.

ÖSTERREICH: Unter dem Strich ist das doch das Ende der Marke.

Al Wazzan: Am Land könnten ein paar Filialen mit dem bisherigen Namen bestehen bleiben – jene, die sehr gute Deckungsbeiträge bringen.

ÖSTERREICH: Was wird dann aus den 600 Mitarbeitern?

Al Wazzan: Ich habe das schon in einer Telefonkonferenz mit den Filialleitern gesagt: Wer arbeiten will, wird bei mir Arbeit haben. Ich kann alle brauchen. 600 Mitarbeiter für 95 Filialen sind nicht viel.

ÖSTERREICH: Wie schnell soll sich bei Schöps alles ändern?

Al Wazzan: Sehr schnell. Ich bin kein Investmentfonds, sondern Privatunternehmer und kann mir Verluste schlicht nicht leisten. In einem Jahr will ich mit allem fertig sein. Jetzt besuche ich einmal alle Filialen.

ÖSTERREICH: Was sind Ihre Perspektiven für den Umsatz?

Al Wazzan: Schöps setzt jetzt vierzig bis fünfzig Millionen Euro um. Früher einmal waren es achtzig. Ich glaube, dass ich mit den ­guten neuen Brands dorthin zurückkehren kann.

ÖSTERREICH: Und danach?

Al Wazzan: Wenn einer das Ganze oder einen Teil davon gut findet und haben will, werde ich dafür offen sein. Das war schon immer meine Philosophie.




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