14. August 2007 17:42

90.000 in Ö. 

Alarm um Gift-Spielzeug

Von der am Dienstag gestarteten Spielwaren-Rückholaktion des US-Konzerns Mattel sind in Österreich rund 90.000 Artikel betroffen.

Alarm um Gift-Spielzeug
© afp

Die Reaktion der Konsumenten fiel vorerst verhalten aus: Bis Donnerstag blieb der große Ansturm beim Hersteller aus. Auch Schadensfälle waren zunächst keine bekanntgeworden, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist dies bereits der zweite Rückruf von Mattel-Erzeugnissen innerhalb weniger Wochen.

18 Mio. Artikel im Umlauf
Aus den heimischen Spielwarengeschäften bzw. Kinderzimmern hat Mattel das Spielzeug-Militärfahrzeug "Sarges", sowie Erzeugnisse der "Barbie"-, "Polly Pocket"- und "Doggie Day Care"-Serien zurückgeordert. Weltweit sind rund 18 Mio. Artikel im Umlauf, die eine Gefahr für Kinder aufweisen, da ihre Lackierung einen erhöhten Bleigehalt enthält oder Magnet-Zubehörteile als leicht verschluckbar gelten.

Keine Schadensmeldungen
Wie stark der Ansturm von umtauschwilligen Konsumenten bei uns ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Im Rahmen des vor wenigen Wochen gestarteten Rückrufs von Artikeln der Fisher Price "Sesamstraße"-Serie war der Rücklauf laut Auskunft des Unternehmens sehr gering. Auch bei der aktuellen Aktion war das Echo vorerst bescheiden, wie Vertreter der Spielwarenfirma Bannert sowie der Kette Toys R Us, die auch in Österreich Niederlassungen betreibt, bestätigten. Man sei zwar damit beschäftigt, die betroffenen Artikel aus dem Verkehr zu ziehen. Schadensmeldungen von Konsumenten seien aber bisher ausgeblieben.

EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva äußerte sich am Donnerstag in Brüssel positiv zum Vorgehen von Mattel. "Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Behörden ist der Schlüssel für die Sicherheit von Produkten.", sagte die Politikerin und lobte das verantwortungsvolle Handeln der US-Firma.

Image-Schaden
Für Mattel ist die jetzige Rückholaktion ein schwerer Image-Schaden, der sich auch beim Aktienkurs bemerkbar macht. Dienstag ging der Kurs an der New Yorker Börse um 2,42 Prozent zurück. Mattel-Sprecherin Stephanie Wegener glaubt im Gespräch mit ÖSTERREICH aber nicht an ein Qualitätsproblem durch Auslagerung: "Der Großteil unseres Angebots wird in China hergestellt. Dass dann auch die Rückrufprodukte aus China stammen, liegt in der Natur der Sache."

Kein Geld zurück
Auf einer Homepage des Unternehmens gibt es Informationen, wie Kunden vorzugehen haben. Produkte könnten an Mattel geschickt werden. "Man erhält dann ein gleich- oder höherwertiges Spielzeug als Ersatz. Geld zurück gibt es allerdings nicht", so Wegener.




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