13. September 2008 15:43

Rettungsplan 

Alitalia-Piloten verhandeln wieder

Die Airline Alitalia ist marode, Piloten drohten mit Streik - sie waren gegen den Rettungsplan. Jetzt verhandeln sie weiter.

Alitalia-Piloten verhandeln wieder
© AP

In Rom hat am Dienstag unter Vermittlung der Regierung die entscheidende Verhandlungsrunde zwischen dem Unternehmerbündnis CAI, das die marode italienische Fluglinie Alitalia übernehmen und sanieren will, und den Piloten begonnen. Nachdem die Pilotenverbände in den vergangenen Tagen den Rettungsplan entschieden abgelehnt hatten, in dem die Streichung von 3.250 Jobs und beträchtliche Gehaltskürzungen vorgesehen sind, nahmen sie am Dienstag unter dem Druck der Regierung die Gespräche wieder auf.

Neue Alitalia ab Oktober?
Wenn die Gewerkschaften den Vorvertrag bis Mittwoch unterschreiben, könnte am Donnerstag die Aktionärsversammlung der CAI das Mandat erteilen, die Rettungsaktion voranzutreiben. Die "neue Alitalia", die aus der Fusion der gesunden Teile der Fluggesellschaft mit der privaten Airline Air One entstehen soll, könnte dann ab Oktober aus der Taufe gehoben werden, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Berlusconi macht Druck
Die Piloten agieren unter dem Druck von Premierminister Silvio Berlusconi. Dieser hatte am Montagabend betont, zum aktuellen Sanierungsplan gebe es nur die Alternative des Konkurses, für den ausschließlich die Gewerkschaften und Piloten verantwortlich sein würden, da sie nicht auf ihre weltweit einmaligen Privilegien verzichten wollen. Das Unternehmerbündnis CAI verlange keine Gehaltsreduzierungen, sondern nur eine Erhöhung der Produktivität, so Berlusconi.

Verzicht auf Privilegien
Berlusconi appellierte an die Piloten, auf ihre Privilegien zu verzichten, um den Bankrott der Gesellschaft abzuwenden. "Man fordert eine Erhöhung der Produktivität und der Arbeitsstunden, um die gleichen Gehälter garantieren zu können. Wenn die Piloten und die Gewerkschaften den Rettungsplan scheitern lassen würden, hätten sie keine Entschuldigungen vor dem Land haben", so der Ministerpräsident

Die "neue Alitalia" werde eine Allianz mit internationalen Partnern als Minderheitsaktionäre eingehen, sagte der Ministerpräsident. Die Regierung hoffe auf eine Partnerschaft mit der Lufthansa, die Interesse für den Mailänder Flughafen Malpensa als Basis für den Ausbau des Italien-Geschäfts signalisiert hatte. Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow erwiderte, Alitalia sei ein interessanter Partner, allerdings nicht in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage der Fluggesellschaft.

Arbeitsminister Maurizio Sacconi meinte, der Industrieplan der CAI werde nicht mehr verändert. Regierung und Gewerkschaften müssten bis Mittwoch eine Antwort erteilen - dies verlangten der Zustand von Alitalia und auch die Aktionäre der CAI.




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