25. November 2008 10:29

Über 3.000 Jobs weg 

Alitalia halbiert Zahl ihrer Flüge

Nur mehr die rentabelsten Verbindungen sollen aufrecht bleiben, über 3.000 Mitarbeiter werden voraussichtlich ihren Job verlieren.

Alitalia halbiert Zahl ihrer Flüge
© AP

Die leeren Kassen zwingen den Insolvenzverwalter der bankrotten italienischen Fluggesellschaft Alitalia, Augusto Fantozzi, zu drastischen Maßnahmen. Ab Mittwoch wird von den rund 550 Flügen, die bis vor zwei Wochen täglich angeboten wurden, nur noch maximal die Hälfte garantiert. Aus Spargründen wird die noch staatliche Airline nur mehr die rentabelsten nationalen und internationalen Flugverbindungen sichern.

Neugründung am 15. Dezember
Das Ziel des Insolvenzverwalters ist es, mit strengen Einsparungen die Flüge der Alitalia bis zu der am 15. Dezember geplanten Neugründung der Fluggesellschaft durch die italienische Investorengruppe CAI zu garantieren. Fantozzi hat keine andere Wahl, denn um Alitalia am Leben zu erhalten, bräuchte er weitere Kredite.

Über 3.000 Jobs sollen wegfallen
Die Gewerkschaften besprachen mit dem italienischen Arbeitsminister, Maurizio Sacconi, das Übernahmeverfahren der rund 17.000 Alitalia-Mitarbeiter in die Verdienstausfallkasse. Ein Teil der Alitalia-Mitarbeiter soll später von der neuen Gesellschaft angestellt werden, die aus der Fusion der gesunden Teile der Alitalia mit der privaten italienischen Fluggesellschaft Air One entstehen wird. Allerdings werden dabei 3.250 Jobs wegfallen. Die Regierung Berlusconi wird dem gekündigten Personal soziale Unterstützung für die nächsten sieben Jahre garantieren.

1 Mrd. Euro Betriebsverlust
Insolvenzverwalter Fantozzi rechnet für das Gesamtjahr 2008 mit einem Betriebsverlust von rund einer Milliarde Euro. Die italienische Regierung hat am vergangenen Mittwoch der Übernahme der Fluggesellschaft durch die Investorengruppe CAI zugestimmt. Nach zweijähriger Käufersuche ebnete sie damit den Weg für den im nächsten Monat geplanten Neustart der Airline. Das Industrieministerium genehmigte den Kauf zu einem Preis von 1,052 Milliarden Euro durch die italienischen Geschäftsleute.

Ausländischer Großaktionär gesucht
Um die Überlebenschancen der neuen Alitalia zu verbessern, ist die Regierung in Rom zudem noch auf der Suche nach einem ausländischen Großaktionär. Im Gespräch sind Air France-KLM und Lufthansa. Fantozzi zeigte sich optimistisch, dass der angeschlagenen Fluggesellschaft die angestrebte Kehrtwende mit Hilfe eines internationalen Partners gelingen wird.




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