22. April 2008 07:46

Air France out 

Alitalia kann nur noch ein Kredit aus Rom retten

Air France-KLM will die marode Alitalia nicht mehr übernehmen. Jetzt arbeitet Rom an einem Überbrückungskredit.

Alitalia kann nur noch ein Kredit aus Rom retten
© AP

Nachdem Air France-KLM das Angebot für Alitalia definitiv zurückgezogen hat, überlegt die italienische Regierung die Verabschiedung eines Dekrets für einen Überbrückungskredit zur Rettung der maroden italienischen Fluggesellschaft. Der scheidende Regierungschef Romano Prodi plant voraussichtlich noch am Dienstagnachmittag eine Kabinettssitzung zu diesem Thema, berichteten italienische Medien.

Überbrückungskredit
Die Bereitstellung eines Überbrückungskredits ist die einzige Alternative zu einer gesteuerten Insolvenz. In dem Fall müsste Alitalia unter Kontrolle eines von der Regierung beauftragten Insolvenzverwalters gestellt werden. Als möglicher Kandidat ist der Manager Enrico Bondi im Gespräch, der bereits den Lebensmittelkonzern Parmalat saniert hatte.

Konsortium-Treffen nächste Woche
Gewerkschaftsführer Raffaele Bonani zeigte sich trotz des Rückzugs der Franzosen optimistisch: Der Überbrückungskredit werde Alitalia neuen Sauerstoff gewähren. Außerdem könnte in vier Wochen ein zu Air France alternatives Konsortium italienischer Unternehmer stehen, das Alitalia übernehmen könnte. Dem Bündnis, das angeblich mit der finanziellen Unterstützung der Mailänder Bank Intesa San Paolo rechnen kann, könnte sich auch die russische Fluggesellschaft Aeroflot anschließen, berichteten italienische Medien.

Aeroflot möglicherweise interessiert
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bei einem Treffen mit dem italienischen Wahlsieger Silvio Berlusconi die Bereitschaft der Aeroflot signalisiert, bei Alitalia einzusteigen. Zudem hoffe Berlusconi, Lufthansa wieder ins Boot zu holen, obwohl die deutsche Fluggesellschaft öfters ihr Interesse für die Alitalia bestritten hatte, so italienische Zeitungen am Dienstag

Air France-KLM hat Angebot zurückgezogen
Knapp drei Wochen nach den gescheiterten Verhandlungen über eine Übernahme der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat Air France-KLM am Montagabend ihr Angebot zurückgezogen. Das Angebot habe keine Gültigkeit mehr, da die Bedingungen nicht erfüllt seien, erklärte die französisch-niederländische Airline. Alitalia habe es versäumt, die rechtliche Lage nach den gescheiterten Gesprächen vom 2. April zu klären, hieß es in der Mitteilung.

Verhandlungen gescheitert
Air France-KLM hatte am 14. März ein Angebot vorgelegt, das den italienischen Konkurrenten mit 139 Mio. Euro bewertet. Der Aufsichtsrat von Alitalia hatte das Angebot, das die Streichung von etwa 2.100 Stellen vorsah, akzeptiert. Die Verhandlungen scheiterten jedoch an neuen Forderungen der Gewerkschaften.




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