19. August 2007 11:57

Flugzeug-Bizz ade 

Androsch: "Haben zu wenig Geld"

Hannes Androsch und Fischer-Ski verkaufen den Flugzeug-Zulieferer FACC. Gründe sind fehlende Finanzmittel und Differenzen der Eigentümer.

Androsch: "Haben zu wenig Geld"

Der Flugzeug-Zulieferer FACC in Ried im Innkreis ist eines der renommiertesten Technologie- und Export-Unternehmen des Landes. Lange wird die Firma aber nicht mehr österreichisch sein. Die Eigentümer, darunter der Industrielle Hannes Androsch, sind entschlossen zu verkaufen.

„Es gibt das Einverständnis der Gesellschaft über eine neue Besitzerstruktur“, erläutert Androsch im Interview mit ÖSTERREICH. Seine Salinen AG hält 47,5 Prozent an FACC (Fischer Advanced Composite Components). Ebenso hoch ist der Anteil des Ski-Erzeugers Fischer aus Oberösterreich. Fünf Prozent gehören FACC-Chef Walter Stephan.

Schub fehlt
Androsch: „Wir haben die paar hundert Millionen Euro nicht, die notwendig wären, um der FACC einen ordentlichen Schub zu geben – und die Fischers haben das Geld schon gar nicht. So können wir die Firma nicht hochziehen. Und was nicht hochgezogen wird, geht unter.“

Die FACC, einer der größten Profiteure der Eurofighter-Gegengeschäfte, wird heuer mit Flugzeug-Komponenten knapp 250 Millionen Umsatz erzielen. Geliefert wird etwa an Airbus und Boeing. „Die Musik spielt zwischen einer und drei Milliarden Umsatz“, meint Androsch: „Bei allem Stolz auf die Entwicklung: Wir sind um eine Zehnerpotenz zu klein und finanziell nicht gut aufgestellt.“

Chancen, gut zu verdienen, hätten nur sogenannte „Tier-1-Zulieferer“, die direkt an den Jet-Hersteller und nicht an andere Sub-Unternehmen liefern.

Kein Finanzinvestor
Salinen AG und Fischer haben nun die Deutsche Bank beauftragt, einen Käufer für FACC zu finden. Laut Androsch soll einer der vier bis fünf großen Flugzeug-Zulieferer aus den USA, Holland, Frankreich oder Asien die FACC übernehmen. Ein Finanzinvestor komme nicht infrage. Im Herbst soll der Deal fertig sein.

Nach Abzug der fast über 100 Millionen Schulden sollen rund 200 Millionen Verkaufserlös übrig bleiben. Die Salinen investieren ihren Anteil in die eigene Expansion.

Streit mit Fischer
Hinter dem Verkauf stehen auch massive Auseinandersetzungen. Androsch hält dem Partner Fischer offenbar Provinzialismus vor: „Die Luftfahrt spielt sich nicht im Innviertel ab. Rein österreichisch haben wir keine Chance.“ Laut dem Ex-Finanzminister braucht die FACC etwa dringend ein Werk in Asien.




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