21. Juli 2008 17:57

Strumpfhersteller 

Angeschlagene Ergee wird von Treuhänder verwaltet

Keine Auswirkungen auf die Ergee soll ein Konkurs von Ex-Besitzer Vatter in Deutschland haben. Zurzeit wird man von einem Treuhänder verwaltet.

Angeschlagene Ergee wird von Treuhänder verwaltet
© Ergee

Von einer neuen Entwicklung im Zusammenhang mit dem angeschlagenen Waldviertler Strumpfhersteller Ergee berichten die NÖN: Demnach musste der bisherige 100-Prozent-Eigentümer Claus Vatter am vergangenen Freitag für seine Strumpffabrik im bayrischen Schongau Konkurs anmelden. Zuvor habe er das Unternehmen mit Sitz in Schrems verkauft.

Keine Auswirkungen befürchtet
Ergee-Geschäftsführer Klaus Müller befürchte aber keine Auswirkungen: "Vatter hat mit der Ergee nichts mehr zu tun und ist seit einigen Wochen nicht mehr Eigentümer. Wir sind deshalb von der Insolvenz nicht betroffen, das ist unser Glück." Der Schremser Strumpfhersteller werde derzeit von einem Treuhänder verwaltet. Sollte eines der derzeit laufenden Gespräche mit potenziellen Investoren erfolgreich verlaufen, könnte dieser die Anteile vom Treuhänder übernehmen. "Das ist nicht ungewöhnlich - ein normaler Prozess", wurde Müller zitiert.

Siebenstellige Summe transferiert
Unter Berufung auf einen Insolvenzexperten meinten die NÖN, es sei unklar, ob die Insolvenz auf die ums Überleben kämpfende Ergee durchschlagen könnte. Am Insolvenzverfahren der Vatter GmbH dürfte Ergee mitschuldig sein: Laut den "Schongauer Nachrichten" habe Claus Vatter eigenen Angaben zufolge zuletzt "eine siebenstellige Summe" in Richtung Waldviertel transferiert, was Auslöser für die Liquiditätsprobleme des Schongauer Betriebs gewesen sei. Ähnlich wie in Schrems setze man aber auch in Bayern auf potenzielle Investoren, Verhandlungen gebe es bereits.

Ergee wurde 1901 im deutschen Gelenau gegründet und ließ sich in den 1960er Jahren in Österreich nieder. Seit 2001 war die Ergee Textilgruppe Gmbh im Eigentum der deutschen Vatter-Gruppe. 2007 setzte Ergee 44,5 Mio. Euro um, was ein Minus von 6,7 Prozent war, das Ergebnis war negativ. Ende Juni berichtete die Tageszeitung "Kurier" von einem drohenden Konkurs. Der Finanzbedarf bis Jahresende wurde mit rund 1,2 Mio. Euro angegeben, es folgten Verhandlungen mit Banken und möglichen Investoren. In Schrems sind derzeit 178 Personen beschäftigt.




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