16. Juli 2008 15:49

Anleger bekniet 

Angst vor Putsch bei Meinl Power und Airports

Vor der Hauptversammlung beknien die MAI- und MIP-Bosse förmlich ihre Anleger, sich nicht auf die Seite der "Rebellen" zu schlagen.

Angst vor Putsch bei Meinl Power und Airports
© APA

Je näher auch die Hauptversammlungen von Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI) am 28. Juli in Wien und Jersey rücken, umso größer werden in deren Führungsetagen offenbar die Sorgen vor einem erfolgreichen Umsturz, den kritische Kleinanleger dort planen. Sowohl der Chairman der "Power", Ex-Verbund-Chef Hans Haider, als auch der Chef der Meinl-Airports, Louis Turpen, haben sich am Mittwoch händeringend an ihre Investoren gewandt. Mit der Bitte an die Kleinanleger, sich nicht auf die Seite der "Rebellen" zu schlagen, sondern das eigene Umbauprogramm zu beschließen. In Inseraten in internationalen Medien hatten vorige Woche auch die Rebellen selbst für ihre Pläne geworben.

"Steh zu meinem Wort"
"Ich stehe zu meinem Wort". Mit dieser Schlagzeile wirbt Power-Chef Haider am Mittwoch in großen Inseraten in österreichischen Tageszeitungen. Er habe nach der Hauptversammlung im Mai versprochen, ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Erhöhung des Werts der MIP-Anteilsscheine auszuarbeiten. Der Market-Maker-Vertrag mit der Meinl Bank sei bereits gekündigt. Die Zahlungen aus der Lizenzvereinbarung würden ausgesetzt, bis der Kurs auf über 10 Euro pro Zertifikat steige. Um einem der wichtigsten Investoren-Anliegen zu entsprechen, gebe es die Option, sich völlig von der Meinl Bank zu lösen.

Wie berichtet, bedeutet das vor allem, den Managementvertrag mit der Meinl Bank zu lösen, die Managementgesellschaft (für 32 Mio. Euro) "auszukaufen" - wie übrigens auch mit der heutigen HV auf Jersey bei Meinl European Land (280 Mio. Euro) und in der Folge bei der Airports-Gesellschaft (30 bis 35 Mio. Euro) vorgesehen.

Unzufriedene Kleinanleger
Unzufriedene Kleinanleger und kritische institutionelle Streubesitzvertreter (die Fonds bzw. Assekuranzen vertreten) und die ein Köpferollen in der MIP und in der MAI verlangen, haben diese Vorschläge bereits zurückgewiesen, wollen nicht nochmals teure Geldflüsse an die Meinl Bank.

Haider bewirbt "sein" Paket in den Inseraten mit der Erwartung einer "nachhaltigen Wertsteigerung". "Wenn auch Sie, so wie ich, an einer langfristigen Entwicklung der Meinl International Power interessiert und gegen kurzfristigen Aktionismus sind, ersuche ich Sie, für dieses Maßnahmenpaket zu votieren und gegen die Vorschläge der "Rebellen" bzw. Hedge-Fonds zu stimmen."

Beendet wird das Haiders "Power"-Inserat mit der Bitte, für die Anmeldung zur außerordentlichen Hauptversammlung oder Stimmrechtsübertragung an eine Vertrauensperson das Formular auf der Website www.meinlpower.com zu verwenden.




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