01. Mai 2009 09:50

258.240 Jobsuchende 

April - Arbeitslosigkeit stieg um 26 %

Im Vergleich zum März ist die Arbeitslosigkeit aber gesunken. Besonders stark stieg die Jugendarbeitslosigkeit. Im Bundesländervergleich ist vor allem Oberösterreich von der Krise betroffen.

April - Arbeitslosigkeit stieg um 26 %
© DPA

Am Ende des Monats waren nach vorläufigen Daten 258.240 Menschen arbeitslos - das waren um 53.166 (+25,9 Prozent) mehr als im April 2008. Das entspricht nach nationaler Berechnung einer Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent nach 7,5 Prozent im Vormonat März. Rechnet man allerdings die in Schulung befindlichen Personen dazu, hatten Ende April 322.409 Menschen in Österreich keine Arbeit. Gegenüber dem April 2008 ist das ein Plus von 24,2 Prozent oder 62.871 Personen.

Jugendarbeitslosigkeit steigt
Besonders deutlich zugenommen hat die Arbeitslosigkeit erneut bei den Jugendlichen mit einem Anstieg um 34,2 (März: 39,3) Prozent. Männer waren mit einer Zunahme um 37,3 (38,6) Prozent auch deutlich stärker betroffen als Frauen (+13,4 nach 15,7 Prozent im März). Die Anzahl der offenen Stellen war im April mit 27.440 um 33,1 Prozent niedriger als im April 2008, blieb gegenüber März 2009 (27.439) praktisch unverändert.

Oberösterreich leidet besonders unter der Krise
Im Vergleich der Bundesländer leidet Oberösterreich am meisten unter der aktuellen Krise, hier ist die Arbeitslosigkeit im April um 55,6 Prozent (+10.347 Personen) gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Stark gelitten haben die Steiermark (+37,3 Prozent), Kärnten (+34,5 Prozent) und Niederösterreich (+31 Prozent). Relativ glimpflich davongekommen ist Wien mit einer Zunahme der Arbeitslosenzahl um 9,7 Prozent (+4.905 Personen).

Lehrlingslücke stieg auf 1.349
Am Lehrstellenmarkt bot sich per Ende April in Österreich folgendes Bild: Die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg um 14,3 Prozent auf 4.485, während die gemeldeten offenen Lehrstellen gleichzeitig um 10,5 Prozent auf 3.136 zurückging. Die Lehrstellenlücke vergrößerte sich somit um 927 auf 1.349, geht aus den vorläufigen Daten des AMS und Sozialministeriums hervor.

Leichter Rückgang gegenüber März
Die Zahl der Arbeitslosen ist im April gegenüber dem Vormonat März leicht um knapp 13.000 Personen zurückgegangen. Während im April 258.240 Personen als arbeitslos vorgemerkt waren, waren es im März noch 271.127. Rechnet man die Schulungsteilnehmer dazu, waren es im April 322.409 gegenüber 334.007 im März, also um 11.598 Personen weniger. Per Ende April erhöhte sich die Zahl der Schulungsteilnehmer des AMS um 17,8 Prozent auf 64.169.

Nach Branchen hat es die stärkste Zunahme der Arbeitslosigkeit auf Jahresbasis im Bereich Herstellung von Waren gegeben. Hier betrug die Zunahme im April knapp 15.000 auf 35.007 Personen, ein Plus von 74,4 Prozent. In der Arbeitskräfteüberlassung waren 49,3 Prozent mehr arbeitslos (+9.109 auf 27.587). Im Bau nahm die Arbeitslosigkeit um 38,9 Prozent auf 20.797 zu, im Handel um 21 Prozent auf 39.008, in den Sozial- und Gesundheitswesen um 9,7 Prozent auf 11.982 und im Tourismus um 5,9 Prozent auf 42.961 Personen.

ÖVP stellt Jugendstiftung vor
Die ÖVP hat am Freitag nach ihrer Arbeitssitzung eine Jugendstiftung als Maßnahme gegen die Arbeitslosigkeit präsentiert. Ziel sei es, die jungen Menschen in Beschäftigung zu bringen, erklärte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Das Projekt soll zehn Millionen Euro kosten und von Firmen, dem Arbeitsmarktservice sowie aus Rücklagen des Wirtschafts- und Sozialministeriums finanziert werden.

Mit der Jugendstiftung soll ein 1995 gegründetes Projekt wieder aufleben. 2.000 junge Leute will man in einem ersten Durchgang damit erreichen. Beim Projekt geht es um Berufsorientierung, Praktika und Coaching, so Mitterlehner. Für die Unter-19-Jährigen, also Lehrlinge, ist ein sogenannter "Pakt für Jugendliche geplant". Ab Juni soll mit den jeweils 15 größten Unternehmen in einem Bundesland ein "Vertrag" geschlossen werden, wonach sie versichern, den momentanen Ausbildungsgrad zu halten oder sogar auszubauen. Auch der Bund, der derzeit 3.400 Ausbildungsplätze bietet, soll diese Zahl zumindest halten oder ausweiten.




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