21. Juli 2008 09:13

Tourismus-Boom 

Araber stürmen Österreich

Die Araber bleiben länger als andere Touristen. Und sie geben auch mehr aus: Im Schnitt zweieinhalb Mal soviel wie der Durchschnittsgast.

Araber stürmen Österreich
© Getty, Niesner

Österreich liegt bei arabischen Touristen voll im Trend. 2007 stiegen die Nächtigungen von Gästen aus Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Oman sowie Saudi-Arabien um 20,7 Prozent auf 326.891 an. „Markt Nummer 1 ist Saudi-Arabien“, weiß Peter Hohl, Incomingleiter der Verkehrsbüro-Tochter Eurotours.

Zwar kommen noch wenige Gäste aus den Golfstaaten – doch sie bleiben wesentlich länger als andere Österreich-Urlauber. „Im Schnitt bleiben die arabischen Gäste 10 bis 14 Tage. Das ist die längste Verweildauer“, sagt Hohl. Hauptreisezeit ist dabei Juli und August. „Die Araber flüchten vor der Hitze und schätzen bei uns das gemäßigte Klima. Auch Regen ist für sie etwas Besonderes“, erklärt Hohl.

Top-Region Zell am See
Während die arabischen Urlauber früher vor allem Wien stürmten, ist in den vergangenen Jahren Zell am See zu ihrem Hauptreiseziel geworden. „Wir bearbeiten den arabischen Markt jetzt seit zehn Jahren. Die Araber schätzen das Österreich-Klischee – Berge, Seen und die Gletscher, wo sie Schnee angreifen können“, sagt Tourismuschef Hans Wallner.

Im Juli und August sind bereits 17 Prozent der Urlauber Araber. „Das Aufkommen dieser Gäste ist zuletzt jedes Jahr um fast 50 Prozent gestiegen“, so Wallner weiter. Heuer erwarte er bereits bis zu 90.000 Nächtigungen aus dem arabischen Raum.

Zahlungskräftige Kunden
Um verstärkt auf die Bedürfnisse dieser Urlauber einzugehen, stellte die Touristeninfo im Sommer arabische Mitarbeiter ein. Auch in den Zeller Hotels und Geschäften sind die Araber gern gesehene Touristen. Schließlich gelten sie als äußerst zahlungskräftige Klientel. „Die Araber geben das zweieinhalbfache eines Durchschnittstouristen aus“, so Wallner. Dabei steigen sie vor allem in Luxushotels ab – und bringen meist ihre ganze Großfamilie mit. „Unsere Zielgruppen sind Familienclans und Royal Familys ab zehn Personen aufwärts“, sagt Mondial-Geschäftsführer Gregor Kadanka.

Im Taxi nach Venedig
Für Ausflüge steigen die Araber dann meist ins Taxi. „Es ist keine Seltenheit, dass sie mal am Nachmittag mit dem Taxi nach Venedig fahren oder ins Eurodisneyland Paris“, so Wallner.

Neben Wien und Zell am See umwerben nun auch andere heimische Ferienregionen den arabischen Markt. Fuschl etwa will bei den betuchten Gästen mit dem Fünf-Sterne-Hotel Schloß Fuschl punkten. Und auch Seefeld will künftig vermehrt arabische Touristen anlocken.




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