09. Jänner 2009 13:36

7.000 Pleiten 

Auf Österreich rollt eine Insolvenzwelle zu

Die Zahl der Firmenpleiten in Österreich dürfte heuer kräftig ansteigen. Erwartet wird ein Plus von 10 bis 12 Prozent auf rund 7.000 Insolvenzen.

Auf Österreich rollt eine Insolvenzwelle zu
© oe24.at- Grafik

Erkennbar war diese Entwicklung laut Gläubigerschutzverbänden bereits zur Jahresmitte 2008 und hat sich im 4. Quartal deutlich verstärkt. Im vergangenen Dezember und in den ersten Jänner-Tagen 2009 haben die Meldungen von Firmenpleiten deutlich zugenommen.

Deutlich mehr Pleiten im Dezember
So mussten im Dezember 2008 in Österreich laut Creditreform bereits 551 Firmen Insolvenz anmelden. Das waren um 71 Pleiten mehr als im Jahr davor. Wie Creditreform-Sprecher Gerhard Weinhofer betonte, habe die Trendwende bei den Firmenpleiten bereits im ersten Halbjahr 2008 eingesetzt. Im 4. Quartal seien die Insolvenzen dann stark angestiegen.

Laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) nahmen die Pleiten im Dezember im Jahresvergleich sogar um 100 Fälle auf 590 Firmenzusammenbrüche zu. Im Quartalsvergleich stieg die Zahl der Pleiten in den letzten drei Monaten 2008 auf 1.614 nach 1.495 Fällen im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der eröffneten Verfahren stieg von 720 auf 876 Fälle.

"Wir spüren deutlich, dass es mehr wird", so Hans-Georg Kantner vom KSV. Die Zahlen liegen derzeit über dem Vorjahr. Er gehe davon aus, dass die Fälle vor allem im 2. Halbjahr 2009 zunehmen werden. An seiner Prognose von plus 12 Prozent für das laufende Jahr wolle er derzeit noch festhalten. Erst im Juni werde man sagen können, ob die Prognose hält. Tatsache sei, dass die Insolvenzentwicklung hinter der aktuellen Wirtschaftsentwicklung um 6 bis 12 Monate nachhinke.

Kurzarbeit als "Rettung"
Probleme werden vor allem Firmen haben, die nicht rechtzeitig auf einen Abschwung reagieren. Treffen werde es in Österreich vor allem Unternehmen, die schlecht gemanagt werden und Verluste schreiben. Unternehmen, die schell reagieren und zum Beispiel jetzt auf Kurzarbeit setzen, hätten richtig gehandelt.

Wolfgang Hrobar vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) führt das Ansteigen der Firmenpleiten unter anderem auch auf die höheren Finanzierungskosten zurück. Diese seien bei sinkenden Erträgen nur mehr schwer finanzierbar.

Im Vorjahr sind die Firmenpleiten mit rund 6.300 Fälle im Jahresvergleich unverändert geblieben. Spektakulärste Fälle in den letzten Wochen waren der Konkurs der Mautner Markhof AG und der Ausgleich des Autozulieferers Eybl. Allein seit Jahresbeginn mussten heuer 84 Firmen Insolvenz anmelden.




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