10. Juni 2008 19:13

Wütende Aktionäre 

Aufstand gegen Meinl

Ein von der Meinl Bank unabhängiges neues Direktorium will bei MIP und MAI ans Ruder. Auch der Job von Karl-Heinz Grasser steht am Spiel.

Aufstand gegen Meinl
© APA

Unzufriedene Aktionäre proben jetzt den Aufstand gegen die Führung der börsennotierten Gesellschaften Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI). Konkret geht es darum, die amtierenden Vorstände abzusetzen und neue, unabhängige Direktoren zu wählen. Geschehen soll das auf einer außerordentlichen Hauptversammlung spätestens Ende Juli.

Acht Kandidaten
Eine Gruppe von Großaktionären der Meinl-Gesellschaften präsentierte gestern acht Kandidaten für das neue Management-Board. Es handelt sich um Finanz- und Rechtsexperten aus Österreich, Deutschland und Großbritannien. Hintergrund der Initiative ist die katastrophale Kursentwicklung von MAI und MIP. Anleger hatten in die Börsengänge 2007 insgesamt etwa 1,3 Mrd. Euro investiert, heute sind MAI und MIP noch rund 750 Mio. Euro wert.

Kritisiert werden auch die Nähe des derzeitigen Direktoriums zur Meinl Bank und die „schockierend hohen“ Gebühren für Bank und Management-Verträge.

Bleibt Grasser?
„Wir wollen die Strategie der Gesellschaften grundlegend überprüfen“, sagt Björn Pirrwitz, einer der neuen Board-Kandidaten. Den Anlegern sei versprochen worden, ihr Geld in Projekte in Zentral- und Osteuropa zu investieren – de facto habe etwa

MIP sich in Spanien und Deutschland engagiert. Operativ wird die MIP von Karl-Heinz Grasser und Ex-Verbundchef Hans Haider geführt. Auch die Zusammenarbeit mit den beiden Managern gehöre überprüft, heißt es. Wobei Haiders Expertise am Energiesektor unbestritten sei.

Rechtliche Schritte gegen MAI und MIP oder die Meinl Bank schließt der für die „Aktionärs-Rebellen“ tätige Anwalt Albert Adametz nicht aus. „Sollten wir bei der HV keine Mehrheit bekommen, geht das Pro­blem ja nicht weg.“




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