25. November 2009 12:47
Das Ende des insolventen österreichischen Versandhändlers Quelle
dürfte unmittelbar bevorstehen: Das Konzept des potenziellen Interessenten
Martin Lenz sei "nicht tragfähig", sagte ein Branchenkenner. Dem
Vernehmen nach umfasst das Konzept ein eingeschränktes Sortiment und soll in
Österreich, Slowenien, Südtirol und der Schweiz umgesetzt werden. Der
Masseverwalter dürfte dem Konzept nicht zustimmen, so der Kenner.
Masseverwalter Erhard Hackl war vorerst nicht zu erreichen.
Düstere Zukunft
Die Arbeiterkammer Oberösterreich sieht die
Zukunft auch düster: "Das Ende ist in Sicht", sagte ein Mitarbeiter. Selbst
wen ein Käufer gefunden werde, kaufe dieser das Unternehmen, aber übernehme
nicht die Mitarbeiter. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) wurden vergangenen
Freitag vorsorglich mehr als 1.000 Mitarbeiter beim Frühwarnsystem zur
Kündigung angemeldet. Frühestens ab 17. Dezember können die Mitarbeiter
gekündigt werden. Die mehr als 90 freien Dienstnehmer sind an diese Frist
aber nicht gebunden und können jederzeit freigesetzt werden.
Beim Linzer Versandhändler wird inzwischen geschaut, wie viele Mitarbeiter
für die Frühpension infrage kommen. Ab Montag werden die "pensionsnahen
Mitarbeiter" erfasst, sagte Betriebsratschef Felix Hinterwirth. Insgesamt
gebe es mehr als 200 Personen (Frauen ab 50, Männer ab 55 Jahre), die in
diese Gruppe fallen. Bisher haben sich 600 Mitarbeiter bei der
Insolvenzstiftung angemeldet und 200 haben Jobangebote anderer Firmen.
Zukunft der Shops offen
Wie es mit den 175 österreichischen
Quelle-Shops weitergeht, wird am Sonntag bei einem Treffen der Betreiber
entschieden: "Da wird sich unsere Zukunft zu 99,9 Prozent weisen", sagte
Shop-Sprecher Hans-Peter Harder. Zuletzt zeigten sich die selbstständigen
Händler zuversichtlich und kündigten an, auch nach einem Konkurs von Quelle
Österreich weitermachen zu wollen.