05. November 2007 09:07

Nach nur 8 Monaten 

BAWAG-Chef Nowotny tritt überraschend zurück

Ursprünglich hatte Ewald Nowotny einen Fünf-Jahresvertrag mit Cerberus unterschrieben. Nun tritt der BAWAG-Boss zurück.

BAWAG-Chef Nowotny tritt überraschend zurück
© APA

Knapp acht Monate hat Ewald Nowotny von seinem mit Cerberus unterschriebenen neuen Fünf-Jahresvertrag erfüllt, wenn der BAWAG-Chef zum Jahresultimo nun vorzeitig sein Amt an der Vorstandsspitze niederlegt. Beim kommenden Aufsichtsrat Dienstagmittag wird Nowotny seinen Rücktritt per 31. Dezember 2007 erklären. Das wurde am Sonntagabend aus banknahen Kreisen bestätigt.

Brite soll nachfolgen
Am Dienstagnachmittag soll der Öffentlichkeit das neue "Personalpaket" vorgestellt werden. Als neuer Chef soll der Brite David Roberts designiert werden.

Hauptgrund für die Top-Personalie in der fünftgrößten Bank des Landes: Nowotny soll im Herbst 2008 an die Spitze der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) rücken. Dem Vernehmen sollen für den scheidenden Bankchef allerdings auch einige Entscheidungen der vergangenen Wochen ausschlaggebend gewesen sein, schon ein paar Monate früher den "Exit" zu wählen, also seinen Vertrag aufzulösen. Seit Mai ist die BAWAG Teil des Cerberus-Imperiums.

Verkauf an Cerberus begleitet
Zwei Jahre lang hat der vor zwei Jahren als Sanierer nach dem Spekulationsskandal ins Haus geholte Nowotny die BAWAG PSK durch die größte Bankenkrise in der österreichischen Nachkriegsgeschichte gesteuert und den Verkauf an den US-Fonds Cerberus im heurigen Mai begleitet. Ab Jänner 2008 führt der von Cerberus nach Wien geschickte derzeitige "Spezialberater" Roberts als neuer Vorstandschef (CEO) dann offiziell die Bank.

Viel schneller als gedacht hat Cerberus mit dem Abverkauf von Vermögenswerten und Beteiligungen begonnen, der in den nächsten Monaten wie berichtet in Summe rund 1,5 Mrd. Euro in die BAWAG-Kassen spülen soll. Neben bekannten Verkaufskandidaten (Bösendorfer, Stiefelkönig) sowie den wichtigsten Bank-Immobilien (inklusive Zentrale in Wien) zur Veräußerung an stehen auch der mehrere hundert Millionen schwere Lotto-Anteil der Bank sowie seit zwei Wochen zwei Ostbankentöchter. Zum überraschenden Verkauf der beiden Ostbanken sollen sich Aufsichtsratsgremien und Mini-Miteigentümer gemischt tief informiert gefühlt haben, wie gegenüber der APA formuliert wurde.

Im Auftrag des US-Investors Cerberus zieht seit Monaten schon der Spezialberater Roberts die Fäden in der Bank.




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